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    Kritik: Haarsträubende Komödie

    Jeder Friseursalon, der etwas taugt, ist mehr als nur ein Ort zum Haarschneiden. Im altmodischen Laden von Calvin Palmer (gespielt von dem Rapper Ice Cube) in einem Chicagoer Armenviertel geht es immer erst um Klatsch und Tratsch, dann kommt eventuell die Frisur an die Reihe.

    Es kann aber auch sein, dass ein Kunde schon vorher wutentbrannt die Flucht ergriffen hat. In Tim Storys quirliger, bisweilen etwas harmloser Komödie "Barbershop" spielt sich ein gut aufgelegtes Ensemble lässig die Bälle zu.

    "Wer hat von meinem Apfelsaft getrunken?"

    Auf den Mund gefallen ist diese Truppe nun wirklich nicht. Bei Calvin waschen fiese Lästermäuler ihrer Nachbarschaft den Kopf, immer haarscharf am Skandal vorbei. Als großer Zampano und Sprücheklopfer gefällt sich Barbier-Veteran Eddie (Cedric the Entertainer), der zwar die wenigsten Kunden aber zu jedem Thema eine Meinung hat. Salon-Diva Terri (Rapperin Eve in ihrem Filmdebüt) gibt die zickige Kratzbürste, die sich von finsteren Machos umstellt sieht, und ansonsten ständig sauer ist, weil immer irgendjemand von ihrem Apfelsaft trinkt.

    Dagegen schlägt sich der etwas einfältige Isaac (Troy Garity) als einziger Weißer in diesem "Black Barbershop" recht tapfer. Leicht hat er es nicht gegen den arroganten Studenten Jimmy (Sean Patrick Thomas), der vor lauter Überheblichkeit seinen Rasierpinsel kaum halten kann. Geboten werden Haarspaltereien vom Feinsten, die wie improvisiert wirken.

    Politisch nicht korrekt: Bürgerrechtler kritisieren Witze

    Nur leider bremst sich Regisseur Tim Story in dieser lässigen Konversationskomödie mit einer letztlich überflüssigen Rahmenhandlung selbst aus. Zwei farbige Jungs aus dem Viertel vergreifen sich an einem Geldautomaten und verheben sich dabei ganz heftig. Die beiden Trottel sollen als Slapstick-Lieferanten dienen, doch sie wirken bald nur noch nervtötend. Mehr Spitzen von den vorlauten Friseuren wären dagegen interessanter gewesen.

    Letztlich ergeht sich "Barbershop" zu stark in allseitiger Harmonie, propagiert reichlich plakativ Werte wie Solidarität, Fleiß und Toleranz. Daran können auch einige politische Unkorrektheiten nichts ändern. Immerhin landete die Komödie in den USA überraschend auf den politischen Seiten der Zeitungen, als die beiden schwarzen Bürgerrechtler Jesse Jackson und Al Sharpton die Kürzung einer speziellen Szene verlangten.

    MGM sieht keinen Anlass, am Film noch herumzuschneiden

    Sie nahmen Anstoß an einem Witz über die Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. und Rosa Parks. Die Filmgesellschaft Metro-Goldwyn- Mayer (MGM) wies die Forderung zurück - mit dem Hinweis darauf, dass der Erfolg des Films an den Kinokassen für das ungekürzte Original spreche. "Barbershop" hat bisher in den USA über 75 Millionen Dollar (rund 69 Mio Euro) eingespielt - bei Produktionskosten von 12 Millionen Dollar.

    Johannes von der Gathen, dpa

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