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Kritik: Groteske aus Suburbia

Für US-Regisseur Barry Levinson kann «Neid» nur das Thema einer Farce sein. Zu seiner Filmographie gehören «Rainman», die Polit- und Mediensatire «Wag The Dog» und «Analyse This» («Reine Nervensache») mit Robert De Niro als Therapie bedürftigem Mafioso.

Die märchenhafte Klamotte «Neid» mit Ben Stiller und Jack Black ist zwar kein neuer Höhepunkt aus der Hand eines der produktivsten und angesehensten US-Regisseure. Dennoch ist sie keineswegs so einfältig, wie sie ihre beiden Protagonisten aussehen lässt.

Tim Dingman (Ben Stiller) und Nick Vanderpark (Jack Black) sind Nachbarn und Kollegen. Ihre Freundschaft hat es vertragen, dass sich der strebsame Tim in der Büro-Hierarchie bereits auf einen Stuhl mit Rücken schonender Lehne hoch gearbeitet hat. Als der luschige und verträumte Nick es eines Tages zu viel Geld bringt, wird diese Freundschaft vom Neid zerfressen.

Er hat ein Spray entwickelt, das Fäkalien in nichts auflöst. Die berechtigte Frage, wo das Zeug bleibt, wird in diesem komischen Trauerspiel aus der amerikanischen Vorstadt bis zum gar nicht so bösen Ende immer wieder gestellt und schließlich auch beantwortet. Bis dahin genießt und teilt Nick seinen Reichtum und baut seine Vorstadt-Parzelle zu einem grotesken Themenpark aus, während Tim in den schwärzesten Blues driftet.

Ben Stiller, der bewährte Comedy-Tragöde, und der extrovertierte Jack Black karikieren den amerikanischen Way of life. Zuweilen erinnern sie an Mensch gewordene Zeichentrickfiguren wie Barney Geröllheimer und Fred Feuerstein. Im finstersten Winkel dieser Groteske taucht ein eindrucksvoll verkommener Christopher Walken als «J-Man» auf, um den paralysierten Tim mit fragwürdigen Weisheiten aus einem langen Pennerleben neu zu motivieren.

Die Geschichte vom tumben Aufsteiger und dem gewissenhaften Verlierer mag ihren Platz in der Reihe trivialer Feelgood-Movies finden. Im Schatten der Klamotte beweist sie jedoch ein gutes Auge und Instinkt für Situationskomik trostloser Vorstadtexistenz.

dpa

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Schnörzen, Dotzen oder Gribschen - Wer tut's noch?

Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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