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Kritik: Frischer Wind im GenreKlassiker

Wer hätte gedacht, dass ein friedlicher deutscher Windpark einmal zum Schauplatz wahnwitziger Action werden würde. In «Mission: Impossible III» dienen die rotierenden Riesenflügel, Symbole alternativer Stromgewinnung, als Hindernisparcours für zwei Hubschrauber, die sich durch den Wald der Masten höchst feindlich verfolgen.

Nicht nur in dieser Szene hält der dritte Teil der Spionagethriller mit Tom Cruise, was er verspricht: Spannung, Tempo und halsbrecherische Stunts gehören zum Genre, doch die Inszenierung durchweht stilistisch ein erfreulich frischer Wind.

Das Problem bei der Fortsetzung einer so erfolgreichen Filmreihe sei, immer wieder neue Anlässe für Explosionen zu finden, hat Superstar Cruise einmal gesagt. In diesem Fall haben die Drehbuchautoren ihren kreativen Job bestens erledigt: Es gibt Grund genug, dass es auf der Leinwand richtig knallt, brennt und kracht. Dabei ist Cruises Figur des Geheimagenten Ethan Hunt dieses Mal menschlicher als je zuvor: Zehn Jahr nach seinem ersten «unmöglichen Auftrag» ist Hunt nämlich verliebt und dadurch auch seelisch verwundbar.

Nach Brian de Palma und John Woo hat dieses Mal J.J. Abrams Regie geführt, Schöpfer der vielfach ausgezeichneten TV-Serien «Lost» und «Alias». Abrams gibt noch mehr Gas als seine Vorgänger. Er verleiht dem Thriller eine raue, moderne Optik mit teilweise grobkörnigem Material, ultraschnellen Schnittmontagen und einigen herrlich finsteren Schauplätzen in Berlin, Rom und Schanghai. Dass die Story bei mehr als zwei Stunden Länge zwischendurch ein bisschen hängt, fängt der Film mit einem fulminanten Showdown am Ende auf.

Als Bösewicht tritt Ethan Hunt und seinem Team (Ving Rhames, Jonathan Rhys Meyers und Meggie Q) kein geringerer als Oscar- Preisträger Philip Seymour Hoffman in der Rolle des Owen Davian entgegen. Kaltblütig, sadistisch und extrem rücksichtslos handelt er mit Vernichtungswaffen aller Art und nutzt jede Schwachstelle seiner Gegner für den eigenen Profit. Im Zentrum seines Begehrens steht ein Ding mit dem schönen Decknamen «Hasenpfote», ein kleiner Behälter, dessen Inhalt 850 Millionen Dollar wert ist.

Hunt hat die «Hasenpfote» bei einem genialen Zugriff im Vatikan an sich gebracht. Aber Davian, unterstützt von einem Verräter im Geheimdienst-Büro, entführt Hunts junge Frau Julia, die nichts vom gefährlichen Beruf ihres Traummannes ahnt. Ihr Leben und seine Liebe zu retten, das ist die eigentliche «Mission: Impossible» für Ethan Hunt. Ob er nach diesem Auftritt weiter mit seinem Team im Einsatz bleibt und noch einen vierten Auftrag erfüllt, lässt der Film am Ende ausdrücklich offen.

Karin Zintz, dpa

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