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Kritik: Film-Fee Audrey Tautou auf Abwegen

Nach dem fabelhaften Erfolg als Frankreichs Film-Fee "Amelie" ist die 23-jährige Audrey Tautou auf Abwegen. In ihrem neuen Film "Wahnsinnig verliebt" versucht die junge Schauspielerin mit den tiefbraunen Augen und den so überaus charmanten Grübchen, Romanze und Thriller auf einen Nenner zu bringen.

Sie soll also nicht allein ihre komödiantische Stärke ausspielen, sondern auch eine dunkle Seite haben. Tautou ist die Kunststudentin Angélique, die als Serviererin in einer Bar ihr Geld verdient – und ansonsten alles daran setzt, der schwangeren Ehefrau des Kardiologen Loïc den Gatten auszuspannen.

Angélique ist also kein lieblicher Engel. Die junge französische Regisseurin Laetitia Colombani (26) setzt in ihrem Erstlingswerk ganz auf die Popularität der Komödiantin Tautou, die mit dem Lächeln und dem Augenaufschlag ihres Vorbilds Audrey Hepburn die erste Hälfte dieses Filmes in Beschlag nimmt. Es sieht nach einem außerehelichen Verhältnis – typisch Mann!? – des gut aussehenden Herzspezialisten (Samuel Le Bihan) mit der jungen Kunststudentin aus. Sie überhäuft ihn mit Geschenken und setzt Gott und die Welt in Bewegung, um ihn ganz auf ihre Seite zu ziehen. Doch er scheint dann doch zu kneifen.

Regie-Clou: "andere" Wahrheit im zweiten Teil

Der Regie-Clou besteht darin, alles zurückzuspulen und dann in der zweiten Hälfte eine zuvor ausgesparte, "andere" Wahrheit ans Licht zu bringen. Jetzt weiß Loïk schlichtweg nicht, wer ihm sogar Kunstwerke schenkt. Er liebt nun seine Frau, und diese ihm unbekannte Verehrerin bringt ihn an den Rand des Wahnsinns. Dort scheint sich die seltsame Erotomanin bereits zu befinden. Angélique schreckt vor mörderischem Tun nicht zurück, um ihren Liebeswahn Wirklichkeit werden zu lassen.

Audrey Tautou feilt noch am handwerklichen Können

Diese Zweiteilung soll der einzige Clou des Films bleiben. Und was Audrey Tautou angeht, so wird dem Zuschauer doch mancherlei deutlich. Zum einen macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, und die 23-Jährige aus Beaumont feilt offenbar noch an ihrem handwerklichen Können. Man kann es jedoch andererseits auch so sagen: Wann immer Audrey Tautou von einem Regisseur intensiv gefordert worden ist, hat sie ihr ganzes Talent gezeigt. Das gilt für den Einfluss des "Amelie"-Regisseurs Jean-Pierre Jeunet, der sie zu Höchstform auflaufen ließ, aber auch für die bemerkenswerte Nebenrolle, die sie in "Vénus Beauté" spielte.

Von einem Drehort um anderen

Auch das französische Kinopublikum hat sich in sie als besessene Kunststudentin aus Bordeaux nicht verliebt. Die Kritik fand den Film flau, an den Kassen gab es – ganz anders als für die feenhafte Amelie vom Montmartre – keine langen Schlangen. Die 23-Jährige scheint dies nicht zu stören, sie hüpft von einem Drehort zum anderen. "Wer mich in einem wirklich düsteren Film sehen will, der muss in den gerade abgedrehten "Dirty Pretty Things" des Briten Stephen Frears gehen", sagt sie mit einem Aufschlag ihrer rehbraunen Augen. Und als nächstes spielt sie in einem Amos-Kollek-Streifen eine Französin in Manhattan.

Hanns-Jochen Kaffsack, dpa

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