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    Kritik: Ein unlösbares Puzzle

    Die britische Antwort auf "Die üblichen Verdächtigen" soll er sein: "Circus" von Regie-Debütant Rob Walker - eine hohe Messlatte für das Gangsterdrama, das an diesem Donnerstag in die Kinos kommt.

    Lily (Bond-Girl Famke Janssen) und Leo (John Hannah) sind das coolste Pärchen weit und breit. Engelsgleich in ihrer romantischen Liebe zueinander haben es beide faustdick hinter den Ohren - wie insbesondere der Blick in ihre Vergangenheit beweist.

    Die Zukunft soll anders aussehen. Doch bevor sich der Spieler und die Ex-Bankräuberin auf Kuba zur Ruhe setzen können, ist noch ein Gewinn bringender Fischzug nötig, mit dem sich Leo zudem von einer alten Schuld befreien kann.

    Kompliziert wird die ganze Angelegenheit dadurch, dass in Gangsterkreisen keiner dem anderen trauen kann - sich gegenseitig hinters Licht zu führen gehört zum Geschäft. Wer hält die Fäden in der Hand? Der fitnessbesessene Gangster-Boss Bruno, der seinem Pitbull auf dem Laufband die nötige Bewegung verschafft? Oder reagiert Bruno immer nur auf die heimlichen Manipulationen kleinerer Gangster? Neben Leo und Lily kommen ins Spiel: Brunos neuer Buchhalter und Computer-Freak Julius (Peter Stormare), Brunos riesenhafter Handlanger Moose, der zum rasenden Berserker wird, wenn es um seine Liebste Gloria (Amanda Donohue) geht, und der singende sadistische Kredithai Troy (Eddie Izzard). Gegen Ende taucht noch Elmo (Fred Ward) auf, vor dem sich Lily in Acht nehmen muss.

    Der Vergleich zwischen "Circus" und dem intelligenten Bryan Singer-Film "Die üblichen Verdächtigen", für den Kevin Spacey 1996 mit einem Oscar als bester Nebendarsteller geehrt wurde, ist als bloßer Marketing-Schachzug zu werten. Das coole Gangster-Pärchen und die visuelle Gestaltung der Drehorte sind zwei der auf Hochglanz polierten Oberflächen-Elemente in "Circus".

    Doch der schöne Schein trügt: Dahinter reiht sich ein Gangster- Klischee ans nächste. Die Charaktere sind nicht stimmig, sondern häufig hart an der Grenze zu unbeabsichtigter Selbstparodie. Autor und Regisseur haben im Lauf ihrer Arbeit vergessen, die Geschichte für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen. Sie präsentieren hübsche Mosaiksteine, die sich nie zu einem Bild fügen. Und so bleibt das Publikum nach dem Ende des Films in dessen Labyrinth aus Rückblenden, überraschenden aber auch unerklärlichen Wendungen und Ansätzen von Spannung gefangen, die in unpassenden Momenten durch Humor konterkariert wird.

    Silke Weiss, dpa

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