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    Kritik: "Ein tödliches Verhältnis"

    Hamburg - Ein junges Ehepaar entschließt sich spontan zu einer Reise nach San Francisco, doch gleich nach der Ankunft erlebt es eine unangenehme Überraschung. In dem Koffer, den eine "hilfsbereite" Nachbarin für das Paar gepackt hat, wimmelt es von Kakerlaken.

    Mit dem deutschen Kinofilm "Ein tödliches Verhältnis" ist dem Regisseur Michael Bartlett ein spannender Psycho-Thriller mit überraschenden Wendungen gelungen. Von dem Deutschamerikaner stammt auch das Drehbuch zu der packenden Dreiecksgeschichte. Das Skript stieß bei dem Erfolgsproduzenten Horst Wendlandt auf Anhieb auf Begeisterung.

    Der Film erzählt eine allgemeingültige Geschichte, die in Berlin angesiedelt ist. Dort leben der wohlhabende Arzt Ben (Dominique Horwitz) und seine junge Frau Jenny (Floriane Daniel) in einer schick eingerichteten Altbauwohnung. Doch hinter der schönen Fassade dieser Musterehe verbirgt sich eine unglückliche Beziehung, die aus ihrer unerfüllten Sehnsucht nach einem Kind resultiert. Die Liebe zwischen Ben und der psychisch labilen Jenny ist nur noch platonischer Art. Um ihrer Einsamkeit zu entfliehen, versucht Jenny mit aufdringlichen Anbiederungsversuchen die Freundschaft ihrer neuen Nachbarin Lisa (Julia Jäger) zu gewinnen.

    Parallel dazu zeigt Bartlett in Rückblenden immer wieder ein kleines Mädchen, das verängstigt vor seinem alkoholisierten Vater in die schützenden Äste eines Baumes flüchtet. Während sich die naive Jenny der attraktiven Lisa arglos anvertraut, verführt diese hinter ihrem Rücken deren Ehemann. Zwar versucht sich Ben schnell wieder aus dieser Affäre zu lösen, doch Lisa spielt ihr eigenes Spiel und schwört bittere Rache. Um ihren perfiden Plan umzusetzen, zieht sie alle Register.

    Bei der Inszenierung dieses Psycho-Thrillers hat sich Bartlett nicht nur gekonnt der bewährten Elemente dieses Genres bedient, sondern auch kunstvoll die Regeln gebrochen. Das überraschende Ende markiert gleichzeitig den Unterschied zu Hollywood-Thrillern wie "Eine verhängnisvolle Affäre" von Adrian Lyne. Während hier der Regisseur und der Produzent über den Ausgang des Films entschieden, wurde Lyne nach den Test-Screenings von den Studiochefs ein ganz anderes Ende verordnet.

    Birgit Heidsiek, dpa

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