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Kritik: Ein Künstler in kühler Kulisse

Ein guter Brandauer in einem mittelmäßigen Film

Nach sieben Jahren Leinwandabstinenz hat sich der Österreicher nun wieder ein Künstlerporträt ausgesucht und spielt "Rembrandt" unter der Regie des Franzosen Charles Matton. Brandauer überzeugt zwar in der Rolle des niederländischen Malers; dass der Film dennoch unspektakulär bleibt, hat andere Gründe: kalte, unwirkliche Kulissen und ein Drehbuch, das nicht unbedingt ein Meisterwerk ist.

Matton lässt Rembrandts Leben Revue passieren – vom jungen, genialen Maler bis zum alten, vom Schicksal gebeutelten Mann, den die noble Gesellschaft Amsterdams verstoßen hat. Jung heiratet der eigensinnige Rembrandt die schönen Saskia (Johanna Ter Steege) und hat mit ihr vier Kinder, von denen aber nur Sohn Titus überlebt. Nach ihrem Tod setzt Rembrandts Niedergang ein. Er ist maßlos, stopft seine Stadtvilla voller Kunsterwerke und lebt über seine Verhältnisse. Am Ende stehen dann der Bankrott und eine Auktion, bei der die Kostbarkeiten dann weit unter Wert verkauft werden – so weit, so vorhersehbar.

Matton will zeigen, wie sehr Rembrandts Leben von Schicksalsschlägen gezeichnet war. Hinterhältig ist die edle Gesellschaft, die den Maler so gnadenlos untergehen lässt. Die Natur spielt ihm nicht weniger übel mit – alle paar Minuten ist eine Pest- Szene oder ein Krankenbett zu sehen. Mit Wonne wird beispielsweise gezeigt, wie Rembrandt nach allen Regeln der Medizinkunst geschröpft wird.

"Er war das lebende Beispiel dafür, was Nietzsche beschrieb als "ein großes Werk, geschaffen gegen alle Widrigkeiten"", sagt Regisseur Matton über Rembrandt, seinen "Vielfraß des Sichtbaren". Für diesen Part gibt es wohl kaum eine bessere Besetzung als Brandauer – mit wirrem Haar, barockem Körper und dem kleinen, teuflischen "Ich-kann-sie-alle-haben-Lächeln" auf den Lippen.

Leider fehlt dem Drehbuch aber der Elan, einen Pfad durch Rembrandts turbulentes Leben zu schlagen. Nebenfiguren haben zu wenig Platz, sich zu entfalten, und die Handlung wirkt seltsam blutleer. Am Ende wechselt die Erzählperspektive ohne ersichtlichen Grund von Rembrandt zu seiner Tochter.

In Köln-Ossendorf wurden eigens für "Rembrandt" ein Anatomie-Saal (aus dem berühmten Gemälde) und eine 70 Meter lange Straße aus dem Amsterdam des 17. Jahrhunderts errichtet. Die Kulissen wirken künstlich, auch ausgetüftelte Lichteffekte und liebevolle Ausstattung können da nicht helfen. Vielleicht wäre es für die rund 20 Millionen Mark teure deutsch-französisch-niederländische Koproduktion besser gewesen, an Originalschauplätzen zu drehen. So bleibt das Fazit: ein guter Brandauer in einem mittelmäßigen Film.

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