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Kritik: Ein gründlicher mißlungener Actionfilm

Frankfurt/M (AP) IRA-Kämpfer Frankie McGuire (Brad Pitt) muß aus Norirdland fliehen und findet über einen Mittelsmann Unterschlupf beim irischstämmigen New Yorker Polizisten Tom O'Meara (Harrison Ford). Der aufrechte Cop ahnt nichts von den Aktivitäten seines Untermieters, der in den USA Stinger-Raketen für den Kampf gegen die britische Armee beschaffen soll. Zwischen beiden Männern entwickelt sich eine Freundschaft. Als aber bei McGuires Waffengeschäft etwas schiefläuft und O'Meara die wahre Identität seines Gastes entdeckt, kommt es zur Katastrophe.

Mit "Vertrauter Feind", der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, hat sich Regisseur Alan Pakula ( "Die Akte") Großes vorgenommen. Kein bloßer Actionfilm soll der Streifen sein, sondern ein Porträt der tragisch endenden Freundschaft zweier ungleicher Männer und zugleich eine Erzählung über die schuldhafte Verstrickung in Mord und Gewalt im irischen Bürgerkrieg.

Wer hoch strebt, der fällt gelegentlich tief, und Pakula scheitert auf der ganzen Linie. Weil er seinen Film mit Pseudo-Tiefsinn vollpackt und auf Teufel komm 'raus mit einer Botschaft unterlegen will, funktioniert "Vertrauer Feind" nicht einmal als klassischer Thriller. Die Handlung ist an den Haaren herbeigezogen, und die Personen wirken wie aus dem Klischeebaukasten zusammengesetzt.

Brad Pitt ist mit der Rolle des zerissenen, von Haß und Schuld zerfressenen IRA-Mitglieds glatt überfordert. Es hilft dabei wenig, daß er dauernd Weisheiten wie "Wer 'ne Waffe in die Hand nimmt, kriegt irgendwann eine Kugel ab" von sich geben muß. Auch Harrison Ford müht sich vergebens, die Rolle des über alle Maßen edelmütigen Polizisten zum Leben zu erwecken. Nichts Menschliches ist Cop O'Meara fremd, und als er erfährt, daß sein neuer Freund ein Dutzend Protestanten und etwa noch mal so viele britische Polizisten umgebracht hat, runzelt er mißbilligend die Stirn und sagt: "Ich versteh' ja, warum er das alles macht."

Die eindimensionale Zeichnung der Charaktere wäre zu verschmerzen, wenn der Regisseur eine rasante Geschichte inszeniert hätte. Statt dessen spult er die Handlung lustlos herunter bis zum vorhersehbaren Ende. Auch bei den Zutaten, die diese Magerkost ein wenig schmackhafter machen sollen, greift Paluka daneben. Statt Einblicke in das Leben amerikanischer Iren gibt es nur abgestandene Folklore, und Ruben Blades muß als O'Mearas Partner Eddie in einer überflüssigen Nebenhandlung chargieren. Eine Actionfilm ohne überzeugende Helden, Rasanz und Spannung – wie sagt doch Frankie am Ende so richtig: "Dies ist keine amerikanische Geschichte."

Von AP-Korrespondent Ralf Neukirch

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