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der Europameisterschaft

Kritik: Ein etwas anderes Fußballspiel

In Portugal rollt der Ball, es geht um alles oder nichts bei Nur ein Sieg zählt. Ein wenig erinnert so ein Turnier ja schon an das Schaulaufen einiger Jungmillionäre, die im Brennpunkt des millionenfachen medialen Interesses ihren Marktwert zu steigern suchen.

In Portugal rollt der Ball, es geht um alles oder nichts bei der Europameisterschaft. Nur ein Sieg zählt. Ein wenig erinnert so ein Turnier ja schon an das Schaulaufen einiger Jungmillionäre, die im Brennpunkt des millionenfachen medialen Interesses ihren Marktwert zu steigern suchen.

Dass Fußball als Sportart etwas mit Freundschaft und Völkerverständigung zu tun haben kann, beweist der niederländische Regisseur Johan Kramer mit seiner spannenden Sportdokumentation «The Other Final». Das andere Endspiel lief am 30. Juni 2002 im Changlimithang Stadion in Thimphu, der Hauptstadt von Bhutan.

Zeitgleich mit dem «großen» WM-Finale in Yokohama spielten die Mannschaften von Bhutan und Montserrat gegeneinander. Damit standen sich die beiden Schlusslichter der FIFA-Weltrangliste gegenüber. Johan Kramer und sein Team hatten sich geärgert, weil ihr Oranje-Team schon in der Qualifikation zur WM 2002 gescheitert war. Also schauten sie nach, wer ganz unten rangiert, verschickten zwei Faxe, und die Sache kam ins Rollen.

Wir erfahren eine ganze Menge über die beiden Fußball-Zwergstaaten. Montserrat (Nationalsport: Kricket), das britische Protektorat in der Karibik, wurde 1995 von einem Vulkanausbruch heimgesucht. Danach war der einzige größere Sportplatz der Insel unbespielbar. Kurz vor dem Finale trat zudem der Trainer zurück, weil er sich bei der Mannschaftsaufstellung übergangen fühlte.

Aber dann machten sich die karibischen Kicker auf die Reise in das ferne Königreich Bhutan (Nationalsport: Bogenschießen) im Himalaya. Und die Erleuchtung ließ nicht lange auf sich warten. Am Ende war das durchaus überraschende Ergebnis des Spiels ziemlich schnuppe, auch der Verlierer bekam einen Pokal.

Der Außenminister von Bhutan spricht die entscheidenden Sätze in diesem ansprechenden, manchmal etwas oberflächlichen Dokumentarfilm: «Sieg und Niederlage sind leider wichtiger geworden als Freundschaft. Unsere Religion sagt, dass es das ultimative Ziel des Menschen ist, glücklich zu werden.»

dpa

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