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    Kritik: Dringendes Plädoyer für Menschlichkeit

    Es ist eine Geschichte, die so nur das Leben schreibt. Erzählt von demjenigen, der sie durchlaufen musste: Antwone Fisher selbst verfasste das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film, der sich mit dem Leidensweg des farbigen Kindes Antwone auseinandersetzt, das - misshandelt, gedemütigt und missbraucht - noch als Erwachsener mit den Schatten seiner Vergangenheit kämpft.

    Denzel Washington liefert mit diesem ambitionierten Drama, das besonders durch den weithin unbekannten Hauptdarsteller Derek Luke geprägt wird, sein Regiedebüt.

    Die Story beginnt auf einem Kriegsschiff der US-Navy, auf dem Seaman Antwone Fisher (Derek Luke) nicht zum ersten Mal unangenehm auffällt, weil er einen Kameraden tätlich angreift. Seiner kaum zu bändigenden Aggression soll der junge Mann deshalb bei Armeepsychologe Dr. Davenport (Denzel Washington) auf den Grund gehen. Nach mehrwöchigem Schweigen dringt der einfühlsame Arzt endlich zu Fisher durch. Er erfährt, dass Antwone Fishers Leidensgeschichte schon weit vor der ersten Schlägerei begann.

    Mit ungezähmter Wut im Bauch

    Der Vater wird vor seiner Geburt ermordet, die Mutter bringt Antwone im Gefängnis zur Welt. Von dort geht es ins Heim, dann in die Pflegefamilie. Im Haus der schwarzen Mrs. Tate (Novella Nelson) wird Antwone "Nigger" gerufen, gefesselt, geschlagen, gedemütigt, missbraucht. Mit ungezähmter Wut im Bauch drückt der erwachsene und gebrochene Antwone seine nicht verarbeiteten Gefühle durch Handgreiflichkeiten aus. Erst mit Hilfe Davenports findet Antwone Fisher einen Weg, sich selbst zu respektieren, hoffnungsvoll in die Zukunft zu sehen, einen Neuanfang zu wagen.

    Parkplatzwächter Fisher wollte bei Sony nur um Urlaub bitten

    Im wahren Leben gipfelte dieser Weg für Antwone Fisher in der Chance, seine Lebensgeschichte zu Papier und auf die große Leinwand zu bringen. Als Parkwächter von Sony Pictures Entertainment wollte Fisher eigentlich nur um Urlaub bitten, um seine richtige Familie zu finden, als Produzent Todd Black auf ihn aufmerksam wurde.

    Zu Tränen rührend: Derek Luke in der Rolle seines Lebens

    Unter der Regie von Denzel Washington entstand ein bewegendes Psychogramm, das zu Tränen rührt und zu Herzen geht, sich aber bis auf wenige Momente nicht im Kitsch verliert. Derek Luke spielt hier wohl die Rolle seines Lebens, es ist, als hätte er Antwones Geschichte selbst durchlebt. Ein trauriger, bewegender Film, ein Plädoyer an die Menschlichkeit, das am Ende in eine bessere Zukunft führt.

    Alexandra Pilz, ddp

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