Kritik: „Diebinnen“

Drei Frauen wollen es den allseits korrupten Männern mal so richtig zeigen. Und so machen sich die spitzzüngige Gattin eines Millionärs (Christiane Hörbiger), eine knochentrockene Staatsanwältin (Lena Stolze) und eine naßforsche Elektrikerin (Jennifer Nitsch) daran, all jene Gesetzesbrecher zu überführen, denen die Polizei nichts nachweisen kann.

Statt eine rabenschwarze Gesellschaftssatire zu stricken, bringt es Regisseur Peter Weck fertig, jegliche Situationskomik schon im Keim zu ersticken. Mit Dialogen wie „Frau Staatsanwältin, Ihre Gedanken sind wie Champagner, doch was dann herauskommt, ist schales Bier“ und Statisten wie Ulrich Meyer als gelackter Nachrichtenmoderator (wie wahr, wie wahr) wird aus einer Komödie unverhofft ein Drama im Fernsehformat, das gegen Mitternacht laufen sollte. Denn es wirkt besser als jede Schlaftablette. bo.e.

Copyright: , 20.6.1996