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    Kritik: Die Waffen der Frauen:

    Hamburg (dpa) – Mitten im Sex aufhören, um ans Telefon zu gehen: Was vielen unvorstellbar ist, passiert in Sharon von Wietersheims Karrieristenstreifen "Workaholic" In diesem Film hat das Telefon oberste Priorität. Mit der flotten Geschichte eines Yuppie-Pärchens zwischen Fax, Handy und Anrufbeantworter liefert die 35jährige Regisseurin nach mehreren Arbeiten fürs Fernsehen jetzt ihr Kinodebüt ab.

    Erzählt wird die Geschichte von Rhoda (Christiane Paul), die ihren Freund Max ("Kommissar Rex" Tobias Moretti) kaum noch zu Gesicht bekommt, seit er dabei ist, eine rasante Karriere als Unternehmensberater zu machen.

    Als Max wegen ach so dringender Geschäfte das fest versprochene Treffen zur Frage "Kind oder Karriere" platzen läßt, hat die entnervte Rhoda die Nase voll. Sie beschließt, den pseudo-wichtigen Max mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und selbst Karriere zu machen. Dank ihrer sensationellen Beine, ihres strahlenden Lachens und einer dicken Portion Glück gelingt Rhoda eine Karriere als Moderatorin einer Fernseh-Kuppelshow Marke "Herzblatt". Auch männertechnisch kommt sie gut unter: Der einflußreiche, ältere Gentleman Cedrick Goldberg (Juraj Kukura) wird ihr Förderer, der Habenichts und Sexprotz Paul (Ralf Bauer) ihr Liebhaber.

    Als Max endlich merkt, daß er nur noch der "Mann für den Rest" ist, wird ihm klar, daß er eine Menge falsch gemacht hat. "Max ist ein normaler Mensch, der plötzlich merkt, daß ihm die Felle davonschwimmen", sagt Tobias Moretti über seine Rolle. "In meiner Darstellung soll er nicht der seelenlose Prototyp eines Bankers sein." Der unterhaltsame und flotte Streifen lebt von den gut besetzten Rollen und dem Kontrast der drei Männer.

    Ralf Bauer beschreibt seine Rolle mit den Worten: "Paul ist sexbesessen und vögelt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist". Bauer selbst war immerhin mal Weltrekordhalter im Küssen. Regisseurin Wietersheim wiederum war selbst mal mit einem Workaholic zusammen – allerdings ohne Happy End.

    Manches im Film scheint konstruiert, die schicke Wohnung des trendigen Pärchens reichlich durchgestylt. Fast schon selbstironisch wirken die zahlreichen Telefone – in jedem Raum gibt es eins, von gurkenförmig in der Küche bis wasserdicht im Bad.

    Von Fatina Keilani, dpa

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