Kritik: Die Hand an der Glotze

ür die einen ist Zappelphilipp Jim Carrey eine der komischsten Kinogestalten der 90er, für die anderen der Inbegriff der Infantilität. Tatsächlich kaspert er einfach

enthemmt herum, gern auch mal ordinär. Und wer das nicht mag, hat den guten Geschmack auf seiner Seite. Carreys Fans allerdings dürfen sich jetzt über seinen bislang besten Film freuen. Denn „Cable Guy“ ist eine wunderbar grelle Parodie auf Psychopathenthriller wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ und „Die Hand an der Wiege“.

Als geistesgestörter TV-Mechaniker, der verzweifelt um die Freundschaft des drögen Yuppies Steven (Matthew Broderick) buhlt, ist Carrey ideenreicher als alle Leinwand-Irren vor ihm. Ob Karaoke-Party, Basketballspiel oder Dinner im Mittelalter-Restaurant – Carrey nutzt jeden Anlaß zu debilen, brutalen, stets saukomischen Intermezzi, die Steven beeindrucken sollen. Hätte Regisseur Ben Stiller („Reality Bites“) dem kindischen Anarcho-Witz seines Stars vollends vertraut und nicht peinliche Schlenker zur Hollywood-Norm gemacht, „Cable Guy“ wäre ein Musterbeispiel für grandioses GagaKino. So ist's nur schöner Schwachsinn.

Copyright: TV TODAY, 1996