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Berlin

Kritik: Detlev Buck und Til Schweiger in einer "Männerpension"

dpa

"Die Handlung ist einfach und schlicht – es geht um Glück, Liebe und Sex", meint Regisseur Detlev Buck, "wie immer." Doch sein neuer Film "Männerpension" unterscheidet sich in vielen Dingen von den Vorgängern "Karniggels" und "Wir können auch anders". Buck, der gelernte Landwirt, verlegte als Regisseur und Hauptdarsteller die Handlung erstmals vom Land in die Stadt. Es habe ihn gereizt, eine Liebesbeziehung in einer ungewöhnlichen Umwelt zu zeigen und "Knäste sind nun mal meistens in der Großstadt". So begründete Buck am Rande der Aufnahmen im ehemaligen Berliner Stasi-Gefängnis in Rummelsburg die Ortswahl.

Der Hauptteil des Filmes spielt außerhalb des Gebäudes. Ein besonders fortschrittlicher Direktor vermittelt den Gefangenen mehr oder weniger charmante Betreuerinnen für den Hafturlaub. Die ersten Begegnungen sind unbeholfen, mit viel Schweigen von beiden Seiten. Es habe ihn schon lange gereizt, mit Buck zusammenzuarbeiten, sagte Til Schweiger. "Er spielt den Verletzlichen und triumphiert." Aber auch von dem Kameramann Slawomir Idziak sei er begeistert.

In "Männerpension" spielt Regisseur Buck nicht nur eine Hauptrolle, sondern schrieb auch am Drehbuch mit und ist an der Produktionsfirma, der Boje Buck Produktion GmbH, beteiligt. Die Idee zum Drehbuch stammt von Eckhard Theophil, der mit Unterbrechungen zehn Jahre in Haft saß, dort das Abitur nachmachte, anschließend Sozialarbeiter wurde und inzwischen die zweite Vorlage für einen Film geschrieben hat. Der Film habe authentische Züge, sei allerdings nicht autobiographisch, sagte Produzent Claus Boje.

Die Stimmung im Filmteam war trotz der stickigen Räume locker und ausgelassen. Regiekritik nahm Buck gern auf. "Ich bin ja da kein Kaiser". Insbesondere Schweiger versuchte sich als Hilfsregisseur und seine Tips wurden angenommen. Am Rande der Dreharbeiten bekennt der Darsteller, daß er "irgendwann" auch Regisseur werden wolle. "Ich glaube, ich kann gut mit Schauspielern arbeiten." Das Schwierigste sei, die richtige Besetzung zu finden. Bucks Streifen soll am 1. Februar 1996 in die Kinos kommen.

Von Simone Humml, dpa

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