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    Kritik: "Der Mann in der eisernen Maske": Leonardo DiCaprio als Sonnenkönig

    Mantel- und Degenfilme werden angesichts der heutigen hochspezialisierten Kampftechniken im Film oft wie die Erzählungen von Großvätern aus ihrer Jugend nachsichtig belächelt. Doch nun kommt wieder eine in klassischem Stil gedrehte Neuverfilmung des Musketier-Stoffs in die Kinos. Mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle läuft "Der Mann in der eisernen Maske" sozusagen im Schlepptau des Mega-Erfolgs "Titanic". Die vier anderen Gründe, die den Film sehenswert machen, heißen Gerard Depardieu, Jeremy Irons, John Malkovich und Gabriel Byrne.

    Man schreibt das Jahr 1660. Die Musketiere Aramis, Athos und Porthos, die sich erfolgreich für König Ludwig XIII. schlugen, haben ihre Uniformen längst an den Nagel gehängt. Dem Königssohn, der als Ludwig XIV. den Thron bestiegen hat, dient nur noch D'Artagnan (Gabriel Byrne) als Chef der Königlichen Garde. Der 22jährige Sonnenkönig (Leonardo DiCaprio) ist prunksüchtig, kalt und versessen darauf, Frauen zu erobern. Bei einem Fest verguckt er sich in die blonde Christine (Judith Godreche), die Verlobte von Athos' Sohn Raoul. Um freie Bahn zu haben, schickt der König Raoul in den Krieg und damit in den sicheren Tod.

    Athos (John Malkovich) ist am Boden zerstört; er schwört, seinen Sohn zu rächen. Auch Aramis (Jeremy Irons), der Priester geworden ist, hat einen Grund, den König aus dem Weg zu räumen. Er plant, ihn mit einem mysteriösen Gefangenen zu vertauschen, der in eine eiserne Maske gesteckt wurde und in einer verlassenen Festung dahinsiecht. Es ist der Zwillingsbruder des Königs. Philippe sieht wie seine Kopie aus, ist aber scheu, ehrlich und nobel, das charakterliche Gegenteil des arroganten Königs.

    Porthos (Gerard Depardieu), der vergnügungssüchtig ist und nach Abwechslung sucht, schließt sich den beiden ehemaligen Kampfgefährten begeistert an. D'Artagnan jedoch scheint in seiner Treue zum König unerschütterlich, denn auch er hat, wie man später sieht, ein Geheimnis. Seine in Würde und Selbstkontrolle erstarrte Miene findet ihre Entsprechung in Königin Anne, die Mutter Ludwigs XIV., der D'Artagnan mehr zugetan ist, als man zunächst ahnt.

    Leonardo DiCaprio bot "Der Mann in der eisernen Maske" eine seltene Gelegenheit, gleichzeitig den Schurken und den Helden zu spielen - für den 23jährigen Hollywoodstar, der schon mit 14 vor der Kamera stand, kein Problem. In Sachen Etikette ließ er sich von einem Fachmann beraten: "Ich wollte es nicht so aussehen lassen, als sei nichts Besonderes dabei gewesen, der König zu sein", erklärt der Schauspieler.

    Die mit Langhaarperücke und Bart ausstaffierten Musketiere sind zu wahrhaften Charakterköpfen mit Ecken und Kanten gealtert. Jeremy Irons spielt den Priester als Mann hoher Intelligenz, der seinen eigenen verborgenen Weg geht, um dem hungernden Volk zu helfen. John Malkovich ist der zu großen Gefühlen fähige, liebevolle Vater. Für Gerard Depardieu ist der hurende und saufende Porthos eine Paraderolle. Seine komischen Auftritte sind Höhepunkte in der werkgetreu inszenierten Geschichte, die mit wohltuend wenigen Degenkämpfen auskommt.

    Außenaufnahmen wie ein großes Gartenfest mit 250 Gästen in zeitgerechten Kostümen wurden in Frankreich gedreht. Es ist die erste Regiearbeit des Drehbuchautors Randall Wallace, der mit seinem Script zu "Braveheart" viel Anerkennung gefunden hat.

    Inge Treichel, AP

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