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Kritik: Der Kampf im Innern des Imperiums

Blutiger Showdown im Finale

Die ihn tagtäglich im Namen und Auftrag der staatlichen Autorität führen, sind Männer wie der desillusionierte schwarze Polizist Alonzo Harris, der nach 13 Jahren im Drogendezernat seinem jungen Kollegen Jake Hoyt sagt: "Entweder gehst du abends nach Hause, oder du landest in der Leichenhalle."

Das Hollywood-Actiondrama, in dem dieser Satz fällt, hat den Titel "Training Day" und läuft am 6. Dezember in den Kinos an. In der Zeitspanne eines einzigen langen, blutigen Tages wird darin erzählt, wie der noch idealistische Hoyt an der Seite von Harris seinen Start als verdeckter Ermittler des Drogendezernats von Los Angeles verbringt. Aber es wartet kein Trainingstag im Großstadtdschungel auf den Vater einer neun Monate alten Tochter. Vielmehr wird Hoyt einem brutalen Crash-Kurs ausgeliefert, in dem es am Ende nur noch ums nackte Überleben geht.

Denn Harris zeigt ihm gleich nach der ersten Begegnung der beiden in einem Coffeeshop, auf was sich Hoyt mit seinem freiwilligen Wechsel vom gelangweilten Streifenpolizisten zum Zivilbullen im verwahrlosten Verbrechenssumpf der Metropole eingelassen hat. Der schwarze Zyniker, beeindruckend dargestellt von Oscar-Preisträger Denzel Washington, macht dem Greenhorn klar: "Ich gebe dir nur einen Tag, nur heute, um zu zeigen, was in dir steckt. Falls du heute Mist baust, dann war's das. Ab ins Valley, zurück zu den Parkuhren."

Sogleich geht der Höllentrip los: Harris nimmt einigen jugendlichen Dealern den Stoff weg, lässt sie laufen, nötigt aber den völlig fassungslosen Hoyt mit Waffengewalt, das Teufelszeug zu rauchen. Damit begibt er sich früh in die Hand seines unheimlichen Kollegen, der sich kaum unterscheidet von denen, die der junge Polizist bekämpfen will. Immerhin kann Hoyt kurz darauf eine Vergewaltigung verhindern – eine, wie sich am Ende des Tages zeigen wird, folgenreiche Aktion. Doch wieder lässt Harris die Täter laufen, nur Geld nimmt er ihnen ab.

Hoyt protestiert, doch Harris schildert ihm seine Sicht jener Welt, in der sie ihre Arbeit verrichten: "Es sind die Wölfe, die die Schafe bedrohen. Um die Wölfe zu stellen, musst du sein wie sie: Nur Wölfe fangen Wölfe." Am Ende des Films wird einer der beiden Polizisten in sein Bett zurückkehren, der zweite wird ganz woanders liegen. Aber bis es so weit ist geht nicht nur Hoyt durch ein Stahlbad, sondern werden auch die Nerven des Kinobesuchers strapaziert. "Training Day" ist ein brutaler Film, der in einem mörderisch brutalisierten Milieu spielt.

Ethan Hawke in der Rolle des Jake Hoyt hat es nicht leicht neben dem brillanten Denzel Washington. Aber das liegt auch daran, dass man ihm den Idealisten und Familienvater nie so ganz abzunehmen geneigt ist. Die übrigen Rollen sind bestens besetzt. Den 35-jährigen Regisseur Antoine Fuqua wird sein dritter Film noch weiter nach vorn bringen. Schließlich hat er sich auch große Vorbilder gesetzt, wollte er doch im Stil von Francis Ford Coppolas "Apokalypse Now" die Zuschauer "tief ins finstere Herz der Stadt entführen". Das wäre ohne den blutigen Showdown im Finale noch wirkungsvoller in dem beklemmenden Film gelungen.

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