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Kritik: Das Zauberbrett

Die Helden in Gruselfilmen haben oft ein bevorzugtes Ziel: Sie wollen nach Hause. Da sind sie Herr der Lage. Was aber, wenn exakt dort das Grauen lauert? Wohin fliehen, wenn sich der Wohnzimmerboden in Treibsand verwandelt, im Schlafzimmer ein zähnefletschender Löwe lauert und in den Straßen des Heimatstädtchens eine Horde Elefanten und Rhinozerosse alles niederwalzt, was ihr in die Quere kommt?

Genau das geschieht in "Jumanji". Der Plot: Im Jahr 1969 findet der Teenager Alan ein mysteriöses Brettspiel namens "Jumanji", bei dem jedes Würfeln gefährliche Ereignisse nach sich zieht: Hornissenschwärme greifen plötzlich Menschen an, die Erde bebt. Wenn man Pech hat, wird man von dem Spiel sogar in eine fremde Welt gesogen. Und genau das widerfährt prompt dem armen Alan. Das "Jumanji"-Opfer muß 25 Jahre auf seine Befreiung warten. Dann stöbern die Kinder Judy (Kirsten Dunst) und Peter (Bradley Pierce) das Spiel auf, würfeln die befreiende Zahl – und Alan, mittlerweile zum Manne gereift (Robin Williams), wird zurück in die Wirklichkeit geschleudert. Hier muß er sich gleich als Katastrophen-manager betätigen.

Denn mit der fortgesetzten "Jumanji"-Partie beginnen auch wieder die unliebsamen Überraschungen. Ein schießwütiger Großwildjäger taucht auf, eine Horde Anarcho-Affen macht die Stadt unsicher, giftige Pfeile schwirren durch die Luft, und fleischfressende Schlingpflanzen machen Jagd auf Passanten. Der Spuk kann erst verschwinden, wenn das Spiel zu Ende gespielt ist. Doch bis dahin ist es ein langer und gefährlicher Weg...

Regiedebütant Joe Johnston machte bisher vor allem als Special-effects-Profi ("Krieg der Sterne") von sich reden. Und so ist sein Film auch weniger eine stringent erzählte Geschichte als ein großangelegter guck-mal-was-wir-mit-moderner-Technik-alles-machen-können-Marathon. Als solcher sehr beeindruckend: "Jumanji" bietet atemberaubende und wunderbar absurde Effekte, die man in solcher Menge und Brillanz im Kino noch nicht gesehen hat, dazu einen äußerst aufgekratzten Robert Williams.

In den Köpfen des Publikums dürfte Johnstons Spektakel unterschiedlich funktionieren: Für Erwachsene ein amüsantes Spiel mit grotesken Einfällen, für Kinder ein Horrorfilm. Denn wie einst bei "Gremlins" gilt: Wenn auf der Leinwand Kinder in Gefahr und die Eltern nicht in der Nähe sind, werden für die Kleinen alle witzigen Elemente null und nichtig, und der Kinosessel gleicht einem Folterstuhl.

Copyright: TV TODAY, 1996

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