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    Kritik: "Cable Guy – Die Nervensäge":

    Hamburg (dpa) - Jim Carrey hat einige der populärsten Comic-Filmcharaktere der letzten Jahre geschaffen. Er war "Ace Ventura", und Batmans Gegenspieler, trat auf in "Der Maske" und in "Dumm, dümmer". Als neuer Star der sogenannten "physical comedy" erhielt Carrey zahllose Preise und gehört mittlerweile zu den bestbezahlten Schauspielern in Hollywood.

    Diesmal hat sich der gebürtige Kanadier ein amerikanisches Ritual für seine bitterbösen Späße ausgesucht: In den USA ist es durchaus üblich, dem Kabelmann 50 Dollar zuzustecken, um dafür kostenlosen Zugriff auf alle Kanäle zu haben.

    Der junge Architekt Steven (Matthew Broderick) allerdings muß eines Tages erfahren, daß es nichts im Leben umsonst gibt: Für 50 Dollar erhält er nicht nur freies TV sondern auch die Freundschaft des skurrilen hyperaktiven Chaoten Chip (Jim Carrey), der seine Vorstellungen über das Leben praktisch aus dem Fernsehen hat.

    Für seinen Freund ist ihm nichts zu teuer: Er funktioniert Stevens Wohnung in eine Karaoke-Bar um, schleppt ihn zu einem mittelalterlichen Reitturnier, spielt mit Stevens Eltern "Porno-Paßwort", kurz, er ist immer da, wenn ihn Steven gerade am allerwenigsten braucht. Auch Robin (Leslie Mann), die Ex-Freundin des Architekten ist vor Chip nicht sicher, er schlägt ihren neuen Begleiter auf einer Herrentoilette zusammen, damit sie sich wieder mit Steven versöhnt. Als der genervte Chip die Freundschaft kündigt, wird aus der Nervensäge ein heimtückischer Psychopath, der auf Rache sinnt.

    Ein Highlight in diesem Film ist zweifellos die Szene, in der Jim Carrey seine Version der "Jefferson Airplane"-Hymne ("Somebody to love") zum besten gibt. Ansonsten dominiert allerdings der Eindruck, daß Regisseur Ben Stiller ("Reality bites - Voll das Leben") sich schwer damit tat, die beiden unterschiedlichen Aspekte als geschlossene Geschichte zu inszenieren. Sie ist einerseits urkomisch und andererseits durchaus beunruhigend - "Alfred Hitchcock meets Jerry Lewis" behauptet Carrey selbst von seinem neuesten Werk, jedoch weiß man nicht so recht, was die beiden in diesen Film verschlagen hat. Ohne ihre dramaturgische Verbindung ist "Cable Guy - Die Nervensäge" wenig mehr als eine Nummernrevue, in denen Carrey einmal mehr sein unbestreitbares Talent vorführen kann und seine Mitstreiter vor der Kamera zur Staffage und Stichwortgebern degradiert.

    Von Katharina Reismann, dpa

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