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Kritik: Buck is back: "Männerpension"

Wenn Detlef Buck "back" ist, darf man gespannt sein. Denn der Filmemacher mit dem trockenen Wortwitz liebt es, schrullige Figuren mit aberwitzigen Situationen zu konfrontieren, ohne sie dem Alltagsdrumherum zu entreißen. Das verleiht den Filmen etwas Authentisches, Realistisches. Buck, der Entdecker der inszenatorischen Langsamkeit, schaut dem Volk gern aufs Maul, oft sogar tief in den Rachen. Doch seine neuste Produktion betritt Neuland, wagt sich aufs Glatteis: Detlef Buck hat ein modernes Märchen inszeniert, hart an der Grenze zur Schnulze, mit einem dicken Happy End.

Im Mittelpunkt seiner vergitterten "Männerpension" stehen zwei Zellenkumpel: Hammer-Gerd (vom Regisseur selbst mit sprödem Charme gespielt) und Rüdiger (Vollblutmacho: Til Schweiger). Die beiden geistig nicht gerade regen Straffälligen haben Glück: Sie werden vom geltungssüchtigen Gefängnisdirektor Fazetti (aalglatt bis ölig: Theaterregisseur Leander Haußmann) ausgewählt, an einem Experiment zur Resozialisierung von Gefangenen teilzunehmen. Eine Schlüsselrolle spielen Frauen, die sich hierfür freiwillig gemeldet haben. Die Damen sollen den schweren Jungs in einem Sonder-Urlaub den Kopf verdrehen und sie später, nach ihrer Entlassung, von dummen Gedanken abbringen.

Kaum haben sich die Gefängnistore geöffnet, muß sich Sprücheklopfer Rüdiger in die Obhut der attraktiven, aber schroffen Altenpflegerin Emilia (eine Entdeckung: Marie Bäumer) begeben, die mit ihm eigene Pläne hat. Hammer-Gerd dagegen schlägt seine Zugeteilte durch wilde Mordgeschichten in die Flucht und verliebt sich kurz darauf in die lispelnde Sängerin Maren (Viva's Heike Makatsch spielt gekonnt das Naivchen). Der Urlaub könnte einigermaßen nach dem Gustos Fazettis verlaufen, würde Hammer-Gerd nicht fatalerweise zur Pistole greifen.

"Männerpension" ist das, was man gemeinhin als "kurzweilig und ganz nett" bezeichnet. Eine schräge Geschichte mit bis in die Nebenrollen skurrilen Charakteren, wie man sie aus früheren Buck-Komödien kennt. Doch der Plot zerfällt in viele Einzelteile, in amüsante Episoden, die für eine in sich geschlossene Handlung aber untauglich sind. Im Knast haben die Männer das Sagen, dort wirken die Szenen sogar realistisch. Draußen aber wird es märchenhaft, zuweilen sogar kitschig, hier übernehmen die Frauen das Kommando und stehlen Buck, Schweiger und Co. nicht selten die Schau. Doch das betuliche Ende wirkt nur noch so flach wie die in Verbindung mit Buck oft zitierte norddeutsche Tiefebene.

"Männerpension" (Deutschland) 1996: 100 Minuten. Frei ab zwölf Jahren. Kopien: 150. Regie: Detlef Buck. Darsteller Til Schweiger, Detlef Buck, Heike Makatsch, Marie Bäumer, Leander Haußmann, Ignaz Kirchner.

Copyright: DIE WELT, 1.2.1996

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