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    Kritik: Brave und berechenbare Komödie über "Das erste Semester"

    Frankfurt/M (AP) Der arme Student Andreas Schimmer hat wirklich keinen Schimmer, wie schlecht die Welt ist. Ganz Unschuld vom Lande, tappt er am Anfang seines Studentenlebens in Köln von einer Schusseligkeit in die nächste. Christian Kahrmann, als "Benny Beimer" in der TV-Endlosserie "Lindenstraße" allzu früh begraben, spielt die charmante Dumpfbacke in der Uni-Komödie "Das erste Semester" erstaunlich überzeugend. Das ist aber noch das Beste, was man über die neue deutsche Filmproduktion sagen kann. Der harmlose Streifen startet am kommenden Donnerstag in den Kinos.

    Wie einen Comic hat Regisseur Uwe Boll die Story inszeniert: In das Leben von Andreas treten eine keifende, geldgierige Vermieterin, eine kurvenreiche Schöne, ein skrupelloser Bösewicht, aber auch eine herzensgute Beschützerin. Aber der Reihe nach: Sorglos und froh, von der überfürsorglichen Mutter und dem meckernden Stiefvater weg zu kommen, geht Andreas in die Großstadt. Um Geld, so meint er, muß er sich nicht kümmern. Denn sein Großvater hat ihm 150.000 Mark in Aussicht gestellt. Die Sache hat aber einen Haken. Das Geld gibt es erst, wenn Andreas dem Opa am Ende des ersten Semesters zwei Seminarscheine und eine feste Freundin vorweisen kann.

    Ums Büffeln und Geldverdienen kommt Andreas nicht herum. Doch dabei kommt ihm nicht nur die eigene Unbedarftheit in die Quere. Gegen ihn wird auch ein richtiges Komplott geschmiedet, und dafür kann er einmal nichts. Sein Stiefvater sieht das erhoffte Erbe schwinden und verbündet sich mit Andreas' bösem Zimmernachbarn Dietmar, damit der Junge weder an der Uni noch bei den Frauen irgendwelche Erfolge erzielt. Aber es gibt auch noch nette Menschen: Die patente Studentin Marlis (Yutah Lorenz) ist Andreas sehr zugetan, der hat aber nur Augen für die rassige Lea (Radost Bokel) und merkt nicht, daß sie ein berechnendes Biest ist.

    Die Komödie hätte funktionieren können mit den zahlreichen, auf Pointen angelegten Episoden. Immerhin sind Könner des schrägen Humors wie Tana Schanzara und Ralph Morgenstern ("Geierwally") mit von der Partie. Doch die Geschichte ist zu distanzlos, brav und berechenbar erzählt. Andreas hat nichts zu lachen und der Zuschauer auch nicht. Selbst skurril angelegte Nummern, etwa wenn der gestreßte Student in einen Kurs für Schwangerschaftsgymnastik platzt, bleiben ebenso lau wie seine Tagträume, in denen er ein Popstar mit Elvis-Tolle aus Plastik ist.

    Einen Running Gag gibt es aber für Kenner der "Lindenstraße": Immer wieder tauchen alte Bekannte aus der TV-Serie auf. Benny Beimer ist nicht der einzige, der daraus wiederauferstanden ist. Und der Hausverwalter der "Lindenstraße" gibt als sonderlicher Dozent wirklich eine Witzfigur ab.

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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