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    Kritik: Berührendes Kinoerlebnis

    IMax und Kevin sind Außenseiter. Als Team jedoch sind sie unschlagbar. Ihre Freundschaft und die Kraft der Phantasie beschreibt Peter Chelsom ("Funny Bones") in seinem neuen Film "The Mighty - Gemeinsam sind sie stark". Prominente Nebendarsteller wie Sharon Stone und Gillian Anderson adeln seine Leinwandadaption des Jugendbuchs "Freak".

    Tag für Tag erträgt Max (Elden Henson) die Gemeinheiten und Erniedrigungen seiner Mitschüler - ohne Hoffnung darauf, daß sich das jemals ändert. Für den 13jährigen ist das ein hartes Los. Zwar ist er groß und stark wie ein Bär, aber er traut sich selbst nichts zu. Bis jetzt hat er es noch nicht einmal geschafft, richtig lesen zu lernen.

    Sein neuer Nachbar Kevin (Kieran Culkin, Bruder von Macauley Culkin) ist das genaue Gegenteil. Als Max ihn das erste Mal hinter dem Gartenzaun beobachtet, läßt Kevin gerade ein selbstentworfenes Luftgefährt steigen. Ein magischer Moment - bis der mechanische Vogel sich im Baum verfängt. Denn Kevin kann nur mit großer Mühe aufstehen und braucht Krücken zum Gehen.

    Es dauert ein wenig, bis Kevin Max davon überzeugen kann, daß sie wie füreinander geschaffen sind. Doch dann nimmt Max Kevin auf seine breiten Schultern, und der pfiffige Mini-Einstein zeigt dem Freund dafür seine Welt. Aus der Artus-Sage lernt er viel über Ritterlichkeit, Mut und den Wert eines Freundes. In der Bewährungsprobe gegen eine fiese Bande wachsen sie zusammen.

    Gemeinsam fühlen sich die beiden trotz ihrer Unzulänglichkeiten wie ein mächtiger Ritter und nennen sich "The Mighty". Doch zwei schwere Prüfungen liegen vor ihnen: Max' gewalttätiger Vater kommt aus dem Knast frei und entführt ihn aus dem Haus seiner Großeltern. Und Kevins heimtückische unheilbare Krankheit schreitet unaufhaltsam fort.

    Die Leistungen der beiden jungen Darsteller tragen die schlichte Geschichte und bilden das schauspielerische Glanzlicht. Liebevoll und ein bißchen spröde gibt Sharon Stone eine erstaunlich gute Mutter für Kevin ab. "The Mighty" ist ein wenig sentimental, ein wenig vereinfachend und ein wenig vorhersehbar - und doch gelingt es Peter Chelsom, die Gefühle der Zuschauer zu fesseln. Wie schon in "Hear My Song" und "Funny Bones" erzählt Chelsom seine Geschichte mit kraftvollen Bildern. Trotz pathetischer Momente ist der Film insgesamt ein berührendes Kinoerlebnis.

    Silke Weiss, dpa

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