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Kritik: Aus dem Baukasten Hollywoods

Seltsame zwitterartige Tiere bevölkern die Vulkaninsel, auf der die "Spy Kids" ihre Abenteuer bestehen. Im Innern des Kraters lebt weltabgewandt ein Wissenschaftler.

Es gehört zu den originellsten Szenen des zweiten Teils von Robert Rodriguez Film, als die Kinderspione herausfinden, was es mit den merkwürdigen Insulanern auf sich hat: Die Tiere verdanken ihre Existenz einem verunglücktem Experiment des Forschers, der Wissenschaftler versteckt sich seither vor der Welt und ist überzeugt: Auch Gott bekommt niemand zu sehen, weil er Furcht vor seiner eigenen Schöpfung hat.

Blaupause des ersten Teils

Es ist so eine Sache mit der Schaffenskraft, auch bei Filmemacher Rodriguez. Der Drehbuchautor und Regisseur scheint die Geister, die er rief, nicht mehr los zu werden. Gebunden an einen Fünf-Filme-Deal mit Miramax und überrollt vom Erfolg der "Spy-Kids" - der erste Teil des Streifens spielte allein in den USA mehr als 100 Millionen Dollar ein – drehte er flugs die Fortsetzung. Kreativer ist er damit nicht geworden. "Spy Kids 2: Die Rückkehr der Superspione" wartet mit höherem Tempo und noch raffinierteren Tricks auf, ist ansonsten aber eine Blaupause des ersten Teils.

Die Familienehre steht auf dem Spiel

Auch im zweiten Teil müssen die Geschwister Carmen und Juni Cortez (Alexa Vega und Daryl Sabara) nichts weniger als die Welt retten, denn die Geheimwaffe des Präsidenten wurde gestohlen und droht in die Hände vernichtender Bösewichte zu geraten. Auch diesmal geht es nebenbei um das Abenteuer Familie: Die Ehre der Cortez' steht auf dem Spiel. Eine zwielichtige Spionfamilie läuft ihnen den Rang ab, hat diese doch stets die modernere technische Ausrüstung. Doch die Suche nach der Geheimwaffe führt die Familien auf die Vulkaninsel, auf der alle Technik ausfällt. Ganz auf Kopf und Herz angewiesen, sind die Cortez den Konkurrenten weit überlegen. Am Ende sind nicht nur alle Fälle gelöst, auch Vater Gregorio (Antonio Banderas) söhnt sich endlich mit seinen Schwiegereltern aus.

Glatt, sauber und gefällig – Gemacht für Spielkonsolen-Kids

Rodriguez hat sich mit der Fortsetzung von "Spy Kids" einmal mehr zweigeteilt. Der Regisseur der einst durch die Teilnahme an medizinischen Experimenten 7000 Dollar verdiente und damit den vielbeachteten "El Mariachi" vorlegte, der zusammen mit Quentin Tarantino ein so respektloses und groteskes Werk wie "From Dusk Till Dawn" drehte, ist mit "Spy Kids 2" erneut glatt, sauber und gefällig geworden. Waren die häufigen Reminiszenzen an große Spionagefilme im ersten Teil noch geeignet, auch bei erwachsenen Zuschauern Sympathien zu wecken, können sie im zweiten Teil kaum mehr überraschen. Der neue Film scheint anders als etwa "Harry Potter" oder "Herr der Ringe" allein für die Generation der Comic- und Spielkonsolen-Kids gemacht zu sein. Gemacht auch für die Kinokassen.

Berit Uhlmann, ddp

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