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Kritik: Auf den Spuren eines bizarren Freaks

Geheimnisvoll, minimalistisch, außerirdisch. Mit diesen Merkmalen beschreiben alte Weggefährten den Musiker Klaus Nomi zu Beginn des Dokumentarfilms «The Nomi Song». Der bizarre Avantgardekünstler begeisterte Ende der 70er Jahre die New Yorker Underground-Szene und stand kurz vor dem großen Durchbruch, als er 1983 das erste prominente Aids-Opfer wurde.

Regisseur Andrew Horn hat dem «Wesen von einem anderen Universum» auf gelungene Weise ein Denkmal gesetzt. Auf der Berlinale 2004 wurde «The Nomi Song» mit dem Teddy Award für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Klaus Nomi kommt 1944 als Klaus Sperber in einem bayerischen Dorf zur Welt. Nach einem Musikstudium in Berlin zieht er in den 70er Jahren nach New York. Dort hält sich der «merkwürdige kleine Mann» mit klassischen Jobs wie Tellerwäscher über Wasser, bis er sich mit seinen futuristischen Shows in der New-Wave-und Punk-Szene einen Namen macht. Seine ergreifende Stimme steht dabei im Kontrast zu seinen kalten, androgynen und roboterhaften Auftritten. «Zynische Rocker erstarren bei seinen Opernarien zu Säulen», beschreibt eine Zeitzeugin im Film Nomis magische Wirkung.

Mit Konzertaufnahmen, Berichten von Wegbegleitern und privatem Filmmaterial versucht Horn das von Nomi selbst produzierte Geheimnis um seine Person zu lüften. Gezeigt wird ein unnahbarer außergewöhnlicher Exhibitionist. Besonders wertvoll sind die spärlichen Interviews mit dem Künstler und sein gemeinsamer Auftritt mit David Bowie in der US-Fernsehshow «Saturday Night Live».

Bandkollegen, Nachbarn, seine deutsche Tante und Bekannte beschreiben mal emotional und nostalgisch, mal lustig und selbstdarstellerisch ein Stück New-Wave-Kultur, die Kunstfigur Nomi und ihren tragischen einsamen Tod. Horn gelingt ein unterhaltsames und beeindruckendes Künstlerporträt. Allerdings bleibt heute wie damals der Mensch Klaus Nomi hinter seiner perfekt inszenierten Maskerade verborgen.

dpa

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Schnörzen, Dotzen oder Gribschen - Wer tut's noch?

Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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