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    Kritik: Auch Äktschn-Helden werden müde

    Schlanker, aber schlapper: Arnold Schwarzenegger kämpft sich als rettender "Eraser" durch Charles Russells mäßiges Krawallspektakel

    Die Sache mit dem Hochhaus und dem Schiff sind gelaufen. Die U-Boot-Nummer? Versenkt. Der Eilzug - abgefahren. Und Flugzeuge? Gott, sogar Steven Seagal mit seinem albernen Pferdeschwanz turnte diesen Sommer im Jumbo rum; noch ein Flugzeug-Actionfilm mehr, und fürs Zusehen gibt’s Bonusmeilen.

    Es ist ein hartes Geschäft, spektakuläre Schauplätze und Aktionen für die starken Männer dieser Welt zu finden; in "The Rock", "Einsame Entscheidung" oder "Mission: Impossible" wurden in letzter Zeit schon alle erdenklichen Vehikel ausprobiert und in die Luft gejagt. Nun aber kommt der Mann ins Kino, für den haarsträubende Äktschn geradezu erfunden wurde: Arnold Schwarzenegger als "Eraser", als Beschützer von Kronzeugen. Er muß eine Computerspezialistin vor Waffenhändlern und die Welt vor der gemeinen "Rail Gun"-Superwumme retten. Und er sieht müde aus.

    So müde, daß US-Talkmaster David Letterman witzelte, Arnold sei wohl von Bob Dole gedoubelt worden. Der 49jährige Hollywood-Star aus Graz hat abgemuskelt; taillierte Anzüge stehen ihm jetzt besser, doch wo kommen bloß die Bügelfalten um die Nase her? Ahnt er, daß er alles, was er in "Eraser" macht, schon mal besser und besser aufgelegt erledigt hat?

    "Schpektakjular" nennt Schwarzenegger unverdrossen die "Eraser"-Spezialeffekte. Einmal hängt er über der Düse eines mit 400 km/h dahinrasenden Jets, die prompt explodiert und ihn, ohne Fallschirm natürlich, in den Himmel pustet. Später platzt im Zoo ein Wassertank, und hungrige Alligatoren schnappen nach Schwarzeneggers Schützling (Vanessa Williams); er ballert ins Reptilienmaul und brummt: "Du bist schon eine Handtasche." Jaja, lustig. Aber Wassertank... war der nicht kaputt seit "Mission: Impossible"?

    Eraser", brav inszeniert von Charles Russell, lebt schamlos vom alten Arnie-Mythos, vom Zauber des überlebensgroßen Helden ohne Vergangenheit und ohne Tiefe; er lebt davon, ohne ihn zu nähren. Blaß bleiben Arnolds Gegner - den Action-Machern gehen eben nicht nur die Schauplätze, sondern auch die Feindschaften aus. Und die paar dramaturgischen Streiche, die den "Eraser" verletzlich machen und damit die Spannung steigern sollen, führen zu nichts. Stich durch die Hand, ins Bein, Schuß in die Schulter - Bruce Willis gewinnt durch so was Sympathien, bei Arnold denkt man bloß, er soll sich nicht so anstellen.

    Die einzige Möglichkeit, einen wie ihn in die Neunziger zu holen, ist die Ironie. Das weiß er. Stärke mit einem Augenzwinkern - nur so macht Schwarzenegger Spaß. Für "Batman und Robin" steht er deshalb gerade als Schurken-Parodie "Mr. Freeze" vor der Kamera. Für 20 Millionen Dollar. Beim Geld hört der Spaß natürlich auf.

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