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    Kritik: Atemlose Action mit Handy in der Hand

    An einem sonnigen kalifornischen Morgen klingelt das Handy und eine aufgeregte Frau sagt, sie sei entführt worden und brauche Ein dummer Scherz oder ein dramatischer Hilfeschrei? Im Film «Final Call» beschließt der junge Surfer Ryan, der unbekannten Anruferin zu glauben und begibt sich damit in ein gefährliches Abenteuer voller Nervenkitzel und atemloser Autojagden - stets mit dem Handy in der Hand.

    Denn die entführte Physik-Lehrerin Jessica, gespielt von einer mit 51 Jahren immer jünger wirkenden Kim Basinger, hat in ihrem Verließ mit Mühe und Not ein von den Kidnappern zerschlagenes Telefon zusammengeflickt und gerade noch auf gut Glück eine Nummer wählen können. Ryan (Chris Evans) ist ihre einzige Chance. Die Geiselnehmer haben keine Anstalten gemacht, ihre Gesichter zu verdecken und so glaubt sie, dass die sterben muss. Deshalb bittet sie Ryan, wenigstens ihren Sohn von der Schule abzuholen und ihren Mann und die Polizei zu verständigen. «Wenn er auflegt, muss sie sterben», lautet der hochdramatische deutsche Untertitel zum Film. Dumm nur, dass der Akku von Ryans Nokia-Handy zur Neige geht.

    Wem die Story an dieser Stelle irgendwie entfernt bekannt vorkommt, der hat Recht. In «Nicht auflegen» musste Colin Farrell im Visier eines gnadenlosen Scharfschützen den ganzen Film lang in einer New Yorker Telefonzelle dranbleiben. Beide Drehbücher stammen von einem Autor, Larry Cohen. Eigentlich sollte «Final Call» eine Art Spiegelbild für «Nicht auflegen» werden, sagt er. Freunde scherzten jedoch, er habe eine Geschichte zwei Mal verkauft, gibt Cohen heute zu.

    Regisseur David R. Ellis, der seine Feuerprobe bei «Final Destination 2» bestand, einem Mystery-Thriller über den vergeblichen Kampf mehrerer Teenager gegen unabwendbares Schicksal, machte aus «Final Call» einen handwerklich ordentlichen Thriller ohne große Ansprüche - schnell, spannend, unterhaltsam. Eine Art Neuauflage von «Speed» mit Handy. Der 52-jährige Ellis weiß, wie es gemacht wird: 20 Jahre lang war er selbst Stuntman und ließ sich zum Beispiel in «Rocky III» auf die Bretter schicken oder von Mel Gibson in «Lethal Weapon» aus dem Auto zerren. Später war er zweiter Regisseur unter anderem bei «Matrix Reloaded» und «Harry Potter und der Stein der Weisen».

    dpa

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