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    BerlinKritik: Angriff der Horror-Würmer

    Ohne Stephen King wäre Hollywood um einiges ärmer und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Der populäre Autor lieferte die literarischen Vorlagen für Klassiker wie "Carrie", "Misery" und "Shining", und mit "Stand by Me", "Die Verurteilten" oder "The Green Mile" wurde deutlich, dass King auch jenseits blutiger Schockeffekte richtig gute Geschichten erzählen kann.

    Nun kommt mit "Dreamcatcher" die neueste Verfilmung eines Stephen-King-Schmökers in die Kinos. Sie erweist sich zwar als eine ziemliche cineastische Enttäuschung, aber, wie es dem Format Kings angemessen ist, immerhin als eine sehr spektakuläre.

    Henry, Beaver, Jonesy und Pete sind die dicksten Freunde. Eines Tages retten sie den geistig behinderten Duddits aus einer brenzligen Situation, und zum Dank verleiht der Junge ihnen geheimnisvolle geistige Kräfte, die die Gruppe noch enger zusammenschweißen. Zwanzig Jahre später kommt die Clique in einer einsamen Hütte in den Wäldern von Maine zu einem ihrer regelmäßigen Ausflüge zusammen. Alles scheint in bester Ordnung, bis plötzlich ein Fremder auftaucht und mit ihm ein furchterregendes, blutrünstiges Wesen, das nicht von dieser Welt zu sein scheint.

    Der Anfang ist passabel, doch dann wird's richtig schleimig

    Tatsächlich handelt es sich um den Vorboten einer Invasion von Monster-Aliens, die die Menschheit auszurotten drohen. Dies zu verhindern ist die Lebensaufgabe des ledernackigen Colonel Curtis (Morgan Freeman) und seiner streng geheimen High-Tech-Armee. Unversehens geraten die vier Freunde zwischen die Fronten, und schon bald liegt der Ausgang der Schlacht in ihren Händen.

    Dass er nicht genug Ideen in seinen Film gepackt hat, kann Regisseur und Drehbuchautor Lawrence Kasdan nicht vorgeworfen werden. Allerdings verquickt er derart viele Genres, dass das Endergebnis äußerst skurril ausfällt. Bis zur Hälfte unterhält "Dreamcatcher" als eine "Best of Stephen King"-Mischung mit Motiven aus "Stand by Me" und "Es" durchaus passabel. Doch dann gleitet der Film unversehens in einen Splatter-Streifen ab, in dem fast schon putzige Alien-Würmer, Unmengen Schleim und gewaltige Flatulenzen die Hauptrolle spielen.

    Besonderer Happen für "Matrix"-Fans im Vorprogramm

    "Ich bin langsam zu alt für diesen Mist", beschwert sich Morgan Freeman in einer Szene, und da kann man ihm eigentlich nur zustimmen. Wer allerdings schon ewig auf eine Mischung aus "Starship Troopers", "Rain Man" und "Apocalypse Now" gewartet hat, sollte "Dreamcatcher" auf keinen Fall verpassen. Für eingefleischte Anhänger von Stephen King ist der Film ohnehin eine Pflichtübung.

    Aber auch für "Matrix"-Fans lohnt sich der Gang ins Kino, denn vor "Dreamcatcher" läuft der computeranimierte Kurzfilm "Animatrix - Der letzte Flug der Osiris", der den Auftakt zum zweiten Teil der Cyberspace-Saga bildet. Und wer sich für die geheimnisumwitterte Vergangenheit der "Matrix" interessiert, findet auf www.TheAnimatrix.de weitere Kurzfilme zum Downloaden.

    Nina Jerzy, ddp

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