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    Kritik: Ameisen-Märchen aus Bits und Bytes

    Ameisen haben derzeit im Kino Hochkonjunktur. Nach dem erfolgreichen Zeichentrickfilm "Antz" kommt nun das Ameisenepos "Das große Krabbeln" auf die deutschen Leinwände. Selbst Insektenhasser brauchen um den neuen computeranimierten Walt Disney Film keinen Bogen zu machen - die Käfer, Raupen und Grashüpfer wirken zwar sehr realistisch, sind aber viel niedlicher als ihre natürlichen Artgenossen.

    Drei Jahre nach dem ersten voll animierten Kinofilm "Toy Story" steht das neue Werk des Regisseurs John Lasseter seinem Vorgänger an technischer Perfektion, Charme und Humor in nichts nach.

    Die Geschichte funktioniert nach einem alten Erfolgsmuster: Die schöne Prinzessin Atta und ihr fleißiges Ameisenvolk werden von einer Bande gefräßiger, bösartiger Grashüpfer erpreßt. Jedes Jahr kommt Anführer Hopper mit seiner Gang auf das idyllische Eiland und fordert einen Futter-Tribut. Eines Tages wird es ernst: Als der sympathische, aber tolpatschige Ameiserich Flik versehentlich das gehortete Futter zerstört, schwört Hopper zornige Rache. Flik will mit einer kühnen Mission sein Volk retten und die Liebe der Prinzessin erobern.

    "Insekten und Computer passen perfekt zueinander", schwärmt der Oscar-Preisträger Lasseter - auch wenn die Massenszenen mit bis zu 800 Ameisen den Daten-Zauberer vor knifflige Aufgaben stellten. Große Teile des Film mußten aus der Insektenperspektive gedreht werden, um möglichst realistisch zu wirken. Also entwickelte Lasseter eine "Käfer-Kamera", mit der er seinen eigenen Garten erkundete und die Bilder als Vorlage für die Filmszenen benutzte.

    Die neue Produktion ist tricktechnisch eine Weiterentwicklung der "Toy Story" und verschlang zehnmal mehr Rechnerleistung. Sechzig Animatoren haben in zwei Jahren den virtuellen Hauptdarstellern Flik, Hopper und Atta Leben eingehaucht. Dank technischer Perfektion und Lasseters Liebe zum Detail findet sich der Zuschauer in einer atemberaubenden Miniaturwelt wieder. Für den menschlichen Ton in dem elektronischen Märchen sorgen in der deutschen Version einige namhafte Künstler. Kai Wiesinger, der fiese Rechtsanwalt aus "14 Tage lebenslänglich", verleiht dem Tolpatsch Flik die Stimme, sein Kollege Rufus Beck übernimmt den bösen Gegenspieler Hopper. Ebenfalls mit von der Partie: Madelaine Stolze, Elisabeth Volkmann und Ottfried Fischer.

    Christoph Meyer, dpa

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