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Kritik: Als Dr. Hasenbein setzt Helge Schneider...

Köln (dpa) – Liebevoll tätschelt Dr. Hasenbein (Helge Schneider) seinem Sohn Peterchen die Wange. Daß der "Kleine" älter aussieht als sein Filmpapa, stört dabei kaum. Schließlich ist ja auch Tante Uschi von gegenüber (Andreas Kunze) ein dicker Mann mit Pfeife und Sonntagshut. In seinem jüngsten Machwerk "Praxis Dr. Hasenbein" setzt Helge Schneider neue Absurditäts-Maßstäbe im deutschen Film.

Die Praxis des Dr. Hasenbein liegt an einer schmuddeligen Straßenecke, irgendwo im rußgeschwärzten Nirgendwo des Ruhrgebiet. Angelika Hasenbein, der einzige männliche Doktor mit einem Frauennamen, verarztet seine Patienten stets in Minutenschnelle, um sich anschließend wieder wichtigen Dingen zu widmen, etwa dem Anschauen der Kochsendung im Fernsehen oder der Mittagspause, die er in einem engen Metallschrank verbringt.

Bei seiner Arbeit wird er unterstützt von einer männlichen Sprechstundenhilfe im Monteursanzug. Einen kranken Hamster, den ihm die etwa 40 Jahre alten Jungen aus dem nahegelegenen Waisenhaus bringen, zertrampelt er kurzerhand. Einem erkälteten Schneider verschreibt er nach einem kurzen Blick auf die Armbanduhr eine unangenehme Salbe gegen Sehnenscheideentzündung. Wenn er sich langweilt, kauft er sich im Zigarrenladen eine "Überraschungstüte für den Herrn" oder trifft sich mit einer Rentnerband zum Jazz.

Eingeschworene Fans des Anti-Komikers aus Mülheim an der Ruhr, die bereits seiner Westernklamotte "Texas" und dem zähen Krimi "00 Schneider" Kultstatus verliehen haben, dürften auch von den Gags in Dr. Hasenbeins Praxis entzückt sein. Menschen, die sich 1994 für Schneiders großen Hit "Katzeklo" begeistern konnten, erwartet ein neuer Ohrwurm mit dem eingänglichen "Fitze, Fitze, Fatze".

Aber auch für diejenigen, die mit seiner besonderen Art von Humor nichts anfangen können, und die Filme Helge Schneiders für ungenießbaren Schrott halten, hat sich der Regisseur etwas ausgedacht. In einer Art Parabel zeigt er in "Praxis Dr. Hasenbein" die Premiere eines schlechten Experimentalfilms im Stil der 70er Jahre. Kopfschüttelnd verlassen darin die Premierengäste das Lichtspielhaus. Sie – und wohl nicht nur sie – fragen sich, weshalb ein solcher Blödsinn überhaupt im Kino gezeigt wird.

Von Anne-Beatrice Clasmann

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