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Kritik: Absurd, politisch fragwürdig und wirklich witzig

Filmkomödien über Behinderte gibt es nur wenige. In «Wo ist Fred!?» von Anno Saul («Kebab Connection») schlüpft Til Schweiger in die Rolle eines stummen Rollstuhlfahrers.

Der Bauarbeiter Fred ist allerdings nur ein Simulant. Mit seiner angeblichen Behinderung will er seiner Freundin imponieren. Das klingt absurd und politisch fragwürdig und ist wirklich witzig.

Fred liebt die allein erziehende Mutter Mara (Anja Kling). Doch deren verwöhnter Sohn Linus mag den neuen Papa nicht. Fred muss das ändern. Er will für den Filius in spe den Original-Basketball von Superstar Mercurio fangen. Dumm nur, dass der Sportler den Ball nach jedem Spiel politisch korrekt in die Kurve wirft, in der die Behinderten sitzen.

Also bringt Kumpel Alex (Jürgen Vogel) Fred beim nächsten Spiel als stummen Rollstuhlfahrer ins Stadion. Tatsächlich fängt er den Ball. Dabei wird er aber von der Journalistin Celine (Alexandra Maria Lara, «Nackt») gefilmt, die einen Film über behinderte Basketballfans dreht. Den Ball mit Unterschrift bekommt er erst in einer Woche solange muss Fred den Behinderten spielen.

Produzenten in den USA lehnten das amerikanische Originaldrehbuch zu «Wo ist Fred?» als fragwürdig ab. Die deutsche Version, bearbeitet von Bora Dagtekin («Türkisch für Anfänger»), tut viel, um den sozialpolitischen Sprengstoff zu entschärfen. Die Behinderten, allen voran Gegenspieler Ronnie (Christoph Maria Herbst), machen sich über Fred lustig und nicht umgekehrt.

Zu Beginn regt sich Fred über Behinderte auf, am Ende riskiert er Leib und Seele für sie. Je länger der Film dauert, desto politisch korrekter wird er allerdings und die rasante Klamotte über Behinderte und Nichtbehinderte verliert an Fahrt.

Schade auch, dass die Komödie dann zur Liebesgeschichte zwischen Fred und Celine mutiert: Die schüchterne junge Frau verliebt sich in Fred, weil sie bei dem stummen Rollstuhlfahrer endlich Redefreiheit findet. Das klingt komisch, wird aber rasch zur herkömmlichen Romanze mit Notlügen, Missverständnissen und Happy End.

So bleibt für die glänzenden Nebendarsteller wenig Platz. Allen voran Jürgen Vogel, der als Kumpel Alex für den stummen Fred ungefragt zum Sprachrohr wird. Vielleicht hätten Produzenten und Regisseur einfach mehr riskieren sollen. Stattdessen bleiben sie gleich zwei Mal auf der sicheren Seite: Neben verkrampften Bemühungen, mit dem Thema Behinderung nicht anzuecken, ist der Film übertrieben publikumsgerecht. Wenn schon Schweiger und Lara zusammen auf der Leinwand sind, dann haben sie am Ende auch knutschend im Bett zu liegen.

olf von Dewitz, dpa

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