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Kritik: Abfolge von vielen, witzigen, bösen Nummern

Kai Rabe ist ganz oben – und das weiß er. Kleine Mädchen balancieren auf Fenstersimsen, um einen Blick in das Hotelzimmer des gefeierten Schauspielers werfen zu können. Doch am Set erscheint der Star gespielt von Steffen Wink meistens betrunken und lallt seine Textpassagen lieblos herunter. "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" ist die zweite Kino-Regiearbeit von Thomas Jahn nach "Knockin' on Heaven's Door". Die schwarze Komödie über das Filmgeschäft spart kein Klischee aus, um die eigene Branche aufs Korn zu nehmen.

Schon vor dem Filmstart gab es viel Wind um Jahns neuen Film. Provokante Plakate mit Sprüchen wie "Sandra Speichert hat Sex mit einem Kommissar" sollten neugierig machen. In Redaktionen gingen Schreiben ein, die brisante Informationen über einen Mordfall im Filmmilieu versprachen. Ebenso mysteriös wie die Werbung sind die Umstände, unter denen in der Kriminalkomödie gleich mehrere Schauspieler zu Tode kommen.

Erfolgsregisseur Jahn beschreibt sein neues Werk als "Abfolge von vielen, witzigen, bösen Nummern". "Da sind auch ein paar Szenen drin, die mir in meinem kurzen Filmleben passiert sind." Einige Szenen habe Jahn dagegen nur aufgenommen, weil er sie bereits im Kino gesehen hatte und wissen wollte, "wie es ist, sie zu drehen". "Es muß immer Spaß machen", ist das Motto von Thomas Jahn. Bei "Kai Rabe" hat er sich ausgetobt: "Der Film ist eine Ausstattungsorgie und eine Spaßorgie."

Kommissar Bernd Krüger alias Klaus Behrendt tappt in der Komödie lange Zeit im Dunkeln, obwohl er schon als "Tatort"-Kommissar einige Erfahrung gesammelt hat. Privat führen die Ermittlungen bei der von ihm angehimmelten Schauspielerin Maria Rall (Sandra Speichert) dagegen schneller zum Erfolg. Die Morde machen den Film im Film schnell zum Medienspektakel und lassen auf einen Kassenschlager hoffen. Darum setzt der Produzent Egon Lütter (Heinz Hoenig) alles daran, um "Die Vatikankiller" schnell zu Ende zu drehen. Hannelore Elsner treibt unterdessen als Kai Rabes Agentin die Gage für ihren Schützling in die Höhe.

"Das ganze Ding finde ich unheimlich schräg", sagte Kai-Rabe- Darsteller Steffen Wink bei Dreharbeiten in Köln. Doch gerade die Extremen in der Geschichte hätten ihn gereizt. Wildes Geballere erinnert an "Pulp Fiction" – am Set wird Thomas Jahn gerne "das lebende Filmlexikon" genannt. Doch obwohl Kai Rabe viele Szene-Lacher erntet, ist der Film eher ein Sammelsurium von lustigen Einfällen als an ein ausgegorenes Ganzes. Den Schauspielern merkt man den Spaß beim Drehen an – obwohl Heinz Hoenig als Produzent Egon Lütter nicht nur einmal feststellt: "Beim Film ist jeder dein Feind."

Stefanie Geiger, dpa

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