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    Kritik: Über die Traurigkeit des Rocksängers

    "Glück kann man nicht kaufen", sagte der Rocksänger Kurt Cobain, der seinem Leben vor fünf Jahren mit einer Schrotflinte ein Ende setzte. Er sagte es mit einem schüchtern-resigniertem Lächeln in die Kamera.

    Aus kleinen Bausteinen wie diesen hat der britische Regisseur Nick Broomfield ein dokumentarisches Filmkunstwerk geschaffen: "Kurt Courtney" kommt am 25. Februar nicht nur für die Fans der legendären Grunge-Band Nirvana im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln in die Kinos.

    Und Broomfields "Huldigung an einen großen Künstler, den ich unwahrscheinlich bewundert habe", mutet den Zuschauern einiges zu. Eine ruckelnde Kameraführung und technisch alles andere als perfekte Aufnahmen verstoßen gegen eingefahrene Sehgewohnheiten. Der Kinobesucher stolpert in das traurige Leben des Rockstars hinein, wie es von Broomfield rekonstruiert wird. Warum nur? Diese Frage nach jedem Selbstmord kann auch Broomfield nicht beantworten. Aber auf der Fahrt durch den trostlosen Nordwesten der USA gibt es doch einige Fingerzeige für mögliche Deutungen. Dazu geraten schließlich auch die Hindernisse bei der filmischen Darstellung des Scheiterns von Kurt Cobain.

    Courtney Love taucht zwar im Titel auf, aber nur selten im Film selbst, den sie und ihre Anwälte mit juristischen Mitteln zu verhindern suchten. Dafür kommt der Vater der Rocksängerin und Schauspielerin zu Wort: Hank Harrison erklärt in einem der vielen Interviews des Films, er habe "sehr, sehr düstere Vermutungen über das, was da geschehen ist" - denn schließlich habe er auch so seine Erfahrungen mit Courtney gemacht.

    Love erreichte es, daß "Kurt Courtney" nicht auf dem Sundance-Filmfestival 1998 in Los Angeles gezeigt werden durfte - mit der Begründung von Copyright-Verletzungen. Dabei gibt es in dem Film kaum Nirvana-Musik zu hören. Und auf die Tonband-Aufnahme des dreijährigen Kurt, der das Thema von "The Monkeys" singt, hat keine Plattenfirma irgendwelche Rechte. Die Szene, in der Cobains Tante Mary diese Aufnahme abspielt, ist einer der Höhepunkte des Films.

    Überzeugender als alle Verschwörungstheorien sind die Einblicke in das frühe Umfeld von Kurt Cobain. Dazu gehören ein Besuch bei seiner ersten Freundin, die immer noch Cobains surrealistische Gemälde an der Wand hängen hat, und ein Gespräch mit einer anderen Freundin, die darüber klagt, wie sie irgendwann keinen Zutritt mehr zu dem berühmten Sänger fand, der ständig von Leibwächtern und Marketing-Leuten abgeschirmt wurde: "Ruhm ist ein Prozeß der Isolation."

    Die Isolierung ging so weit, daß auch die Wahrheit über Kurt Cobain verborgen bleiben wird. Statt dessen fand Broomfield in der Arbeit an seinem Film ein anderes Thema: "das Ausmaß der Kontrolle, das Künstler in der Unterhaltungsindustrie umgibt, und die Konsequenzen aus dieser Kontrolle."

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