Archivierter Artikel vom 15.10.2011, 10:12 Uhr

Kraftwerk auf dem Dach: Eile ist bei Investitionen schlechter Berater

Immer mehr Verbraucher setzen auf die Kraft der Sonne. 13 Prozent der Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern nutzen Solarenergie zur Wärmeerzeugung, hat der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin errechnet. Jeder dritte Befragte denkt darüber nach, innerhalb der nächsten drei Jahre in Solarwärme einzusteigen. Die wichtigsten Fragen beantwortet der Verband:

Lesezeit: 3 Minuten
Auch die Lage der Dachfläche ist für Solartechnik entscheidend.
Auch die Lage der Dachfläche ist für Solartechnik entscheidend.
Foto: fotolia

Immer mehr Verbraucher setzen auf die Kraft der Sonne. 13 Prozent der Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern nutzen Solarenergie zur Wärmeerzeugung, hat der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin errechnet. Jeder dritte Befragte denkt darüber nach, innerhalb der nächsten drei Jahre in Solarwärme einzusteigen. Die wichtigsten Fragen beantwortet der Verband:

Wie kann Sonnenenergie genutzt werden?

Zunächst muss die Frage geklärt werden, ob Verbraucher Fotovoltaik oder Solarthermie nutzen wollen, sagt David Wedepohl, Sprecher des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Eine Fotovoltaikanlage ist ein Kraftwerk, in dem mittels Solarzellen ein Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umgewandelt wird. Es handelt sich dabei um Gleichstrom. Dieser wird in Wechselstrom umgewandelt, damit die Energie im Haus direkt verwendet oder in das öffentliche Netz eingespeist werden kann.

Mit Solarthermie lässt sich die Wärme der Sonne nutzen. Somit kann auf fossile Brennstoffe weitgehend verzichtet werden. Im Speicher wird die Wärme durch einen Wärmetauscher an das Speicherwasser abgegeben. So steht das warme Wasser auch nachts oder an Regentagen zur Verfügung.

Wie viel Energie produziert eine Fotovoltaikanlage?

Als Faustregel gilt ein Energieertrag von mindestens 800 kWh (Kilowattstunde) pro kWP installierter Leistung der Anlage und Jahr. Als kWP – Kilowattpeak – wird die elektrische Leistung von Solarzellen bezeichnet. Eine Zwei-kWP-Fotovoltaikanlage mit einer Größe von rund 20 Quadratmetern produziert nach Angaben des Verbands der Solarwirtschaft in etwa 1600 kWh Solarstrom im Jahr.

Und wie viel Warmwasser liefert eine thermische Solaranlage?

Eine Solarwärmeanlage mit sechs Quadratmetern Kollektorfläche liefert pro Jahr etwa 2000 Kilowattstunden Energie für die Warmwasserbereitung. Dies sollte ausreichen, um das Wasser für etwa 400 Wannenvollbäder mit je 150 Litern oder für 2000 Duschgänge mit je 30 Litern zu erwärmen.

Was kostet eine Fotovoltaikanlage?

Die Systempreise bis zu einer Anlagengröße von zehn kWP liegen derzeit bei durchschnittlich 2900 Euro/kWP.

Und eine Kollektoranlage?

Die Preise für eine Anlage mit Flachkollektoren für einen Vierpersonenhaushalt liegen zwischen 4000 und 6000 Euro inklusive Montage. Wenn zusätzlich eine Heizungsunterstützung gewünscht wird, klettern die Preise auf 8000 bis 10 000 Euro.

Wo kann eine Fotovoltaikanlage installiert werden?

Grundsätzlich können Fotovoltaikanlagen überall dort installiert werden, wo ausreichend Licht hinfällt. Einen optimalen Ertrag bietet eine südorientierte Fläche mit etwa 30 Grad Neigung, sagt der Verband.

Was sollte ich beim Kauf bedenken?

„Eile ist der schlechteste Berater“, sagt Wedepohl. Eine Anlage hat eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren. Dementsprechend sollte die Investition auch gut geplant werden. Dafür sollten Kunden auf qualifizierte Berater setzen.

Was ist die sinnvolle Größe für eine Fotovoltaikanlage?

Der Verband empfiehlt, dies nach der Größe der geeigneten Dachfläche und dem vorhandenen Geldbeutel auszurichten. Eine Fotovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 1000 Watt (1 kWP) benötigt etwa acht bis neun Quadratmeter Dachfläche.

Wie lange funktioniert eine Fotovoltaikanlage?

Die Hersteller von Solarmodulen bieten inzwischen Garantien zwischen 10 und 25 Jahren. Die durchschnittliche Lebensdauer von Fotovoltaikmodulen liegt bei 30 bis 40 Jahren. Die sogenannten Wechselrichter müssen nach ungefähr zehn Jahren ausgetauscht werden.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es in Deutschland?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung. Betreiber von netzgekoppelten Solarstromanlagen erhalten vom Stromnetzbetreiber eine Vergütung für eingespeisten Strom. Zur Finanzierung von Solarstromanlagen bietet die bundeseigene Förderbank KfW zinsgünstige Darlehen.

Über Details und weitere Förderprogramme – auch des Landes – informiert der Verband auf www.solartechnikberater.de und www.solarwirtschaft.de