Archivierter Artikel vom 14.10.2011, 17:10 Uhr
Mainz

Kraftmeierei und wilde Königstiger in der Manege

Kurzweiliges bis atemberaubendes Programm im Zirkus Carl Busch: Im Schnellschritt tippelt die Kamel-Karawane in die Manege. Auf Geheiß ihres Trainers Manuel Frank, wechseln die Tiere schnell von einer Formationen in die andere – ohne auch nur eine Sekunde zu zögern...

Auge in Auge mit dem Tiger: Carmen Zander zeigt ihre Raubtier-Show. Der Circus Carl Busch gastiert bis Sonntag, 23. Oktober, auf dem Mainzer Messegelände bei Hechtsheim. Unser Fotograf Michael Bellaire war bei der Premiere dabei und zeigt Impressionen aus der Manege...

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Michael Bellaire

Mainz – Im Schnellschritt tippelt die Kamel-Karawane in die Manege. Auf Geheiß ihres Trainers Manuel Frank, wechseln die Tiere schnell von einer Formationen in die andere – ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.

Auf einmal lugt eines der Kamele frech über den Rand der Manege und streckt seinen Kopf einem skeptisch dreinblickenden Jungen gefährlich nah entgegen. Kurz darauf stürmen einige Lamas herein und springen über die Höcker der Kamele – da ist es um das Publikum geschehen: Laut lachend klatschen sie den Tieren Beifall.

Doch plötzlich wird es geheimnisvoll dunkel im Zirkuszelt. Als die Scheinwerfer wieder angehen, schwingt die Junge Artistin Jamena hoch über den Köpfen der Zuschauer, elegant in ein Tuch gewickelt, durch die Luft. Immer höher zieht sie sich, bis sie beinahe die Decke des zwölf Meter hohen Zirkuszelts erreicht hat. Noch einmal wickelt sie das Tuch um ihr Bein – und saust hinab. Kurz vor dem Boden der Manege kommt sie zum stoppen – und das erleichterte Aufatmen des Publikums ist deutlich zu hören.

Die Vorstellung des Zirkus Carl Busch überzeugt vor allem mit seinem Abwechslungsreichtum. „Bei unseren Vorstellungen ist viel Tempo dabei. Es gibt keine großen Pausen und das Programm ist modern und auch optisch sehr ansprechend. Das ist eine Sache, die unseren Zirkus ausmacht“, findet Reto Hütter, der Tourneeleiter.

Niemand im Publikum ist vor dem Clown Paganini sicher

80 Prozent der Artisten kommen aus Italien. Der Rest aus Frankreich, Spanien und Deutschland. „Die Italiener bringen eine solche Lebensfreude in die Manege. Das ist toll für das Publikum“, weiß Hütter. Und tatsächlich: Vor allem der Clown Paganini garantiert großes Gelächter während der Vorführung – und niemand ist vor ihm sicher. Groß und Klein holt er in die Manege und formiert entweder eine Band, die er imaginäre Instrumente spielen lässt, oder treibt mit einem abgekarteten „Reise-nach-Jersusalem“-Spiel seinen Schabernack.

„Eine weitere Besonderheit unseres Zirkus sind die Tiere mit denen wir arbeiten“, erzählt Hütter. Zwei Elefanten, sechs Pferde und Ponys, fünf Kamele, drei Lamas und fünf Königstiger sind in die Show integriert. „Wir achten sehr auf den Umgang mit ihnen. Das gepflegte Aussehen unserer Tieren beweist das dem Publikum.“ Ein Höhepunkt ist demnach die, laut Hütter, weltweit einmalige Vorführung der Königstiger von Carmen Zander.

Elegant und kraftvoll springen die Raubkatzen durch Ringe und gehorchen ihrer Trainerin aufs Wort. Immer wieder zeigen sie dem Publikum ihre scharfen Zähne und geben gefährliche Laute von sich. Nur gut, dass sich die Tiere in einem fast fünf Meter hohen Käfig befinden. Auch Carlo Triberti, der „stärkste Mann der Welt“, erstaunt so manchen. Allein mit seiner Muskelkraft sprengt er eine Eisenkette, die um seinen Brustkorb gewickelt ist. Und nur mit seinen Zähnen zieht er einen Nagel aus einem circa fünf Zentimeter dicken Holzbrett. „Diese Kraftnummer hat man fast 30 Jahren in keinem Zirkus mehr gesehen. Die gibt es nur hier“, berichtet Hütter stolz.

Die letzte Nummer, die der Bola Bola-Artisten Karel und Joe Saly, sorgt noch einmal für Erstaunen. Die an Seilen befestigten Kugeln schleudern in atemberaubender Geschwindigkeit im Takt zu Trommelschlägen auf den Holzboden und durch die Luft. Hildegard Ropers, die aus Wöllstein mit ihrem Ehemann und der Enkelin angereiste, ist beeindruckt: „Diese Schnelligkeit, mit der die zwei die Kugeln schleudern ist unglaublich. Das sieht richtig gefährlich aus.“ Auch der Rest der Vorstellung gefällt ihr: „Die Show ist unheimlich gut. Die Mischung aus Tieren und Akrobatik ist super.“

Nach fast drei Stunden neigt sich das Programm dem Ende zu. „Es ist toll, dass endlich mal wieder ein Zirkus hier in Mainz ist. Darüber freue ich mich“, erzählt Nadine Wegemann und macht sich nach einem gelungenen Abend zufrieden mit ihrer Familie auf den Heimweg.

Von unserer Mitarbeiterin Johanna Stapf