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München

Kontakt zum Vater verhindert: Sorgerecht in Gefahr

dpa/tmn

Verhindert eine Mutter immer wieder den Kontakt des Kindes zum Vater, kann ihr das Sorgerecht entzogen werden. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor.

Der Wechsel der Hauptbezugsperson sei für ein Kind leichter zu verkraften als eine fortwährende Traumatisierung durch den Verlust der Beziehung zu einem Elternteil, in diesem Fall dem Vater, entschied das Gericht. Auf das noch nicht rechtskräftige Urteil weisen die Familienanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in Berlin hin. Ein Aktenzeichen wird vom Gericht derzeit nicht genannt.

In dem Fall lebte der inzwischen zehnjährige Sohn bei seiner Mutter. Die Eltern hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater habe von Anfang an versucht, seinen Sohn zu sehen, sei damit aber weitgehend gescheitert, so der DAV. In der Folge habe er seinen Sohn in rund eineinhalb Jahren nur fünfmal getroffen. Das Familiengericht versuchte wiederholt, die Mutter zur Ermöglichung des Umgangs zu bewegen. Doch selbst Zwangsgeldandrohungen hätten nicht gewirkt.

Die Richter des Amtsgerichts entschieden, dass nichts gegen den Kontakt zwischen Sohn und Vater spreche. Beide hätten sogar eine sehr enge Bindung. Allerdings lehne der Sohn es inzwischen ab, den Vater zu sehen, um den Streit darum zu beenden und die Mutter nicht zu enttäuschen. Das Gericht entzog der Mutter große Teile des Sorgerechts und übergab dem Vater das Kind, da alle anderen Bemühungen für eine kooperative Lösung gescheitert seien. Der Vater sei außerdem im Gegensatz zur Mutter bereit, den Umgang mit dem anderen Elternteil zuzulassen.

Familienanwalt suchen: www.familienanwaelte-dav.de

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