Archivierter Artikel vom 12.04.2013, 06:00 Uhr

Kompakt: Na, Mahlzeit – Die Serie der Fleischskandale

Ein Überblick über die spektakulärsten Fälle der vergangenen Jahrzehnte:

1980 und 1988: Wachstumssteigernde Östrogene werden in deutschem Kalbfleisch nachgewiesen.

1993: In Kaufhäusern und Supermärkten taucht durch hygienische Mängel in Schlachthöfen verdorbenes Fleisch auf.

1996: Abgelaufenes Fleisch wird in einem Pirmasenser Real-Markt (Metrokonzern) umetikettiert.

2001: Schweinemastskandal in Deutschland – deutsche Tierärzte haben seit Jahren tonnenweise illegal Arzneimittel wie Hormone, Antibiotika und Impfstoffe an Schweinezuchtbetriebe verkauft; Fleischhersteller aus dem gesamten Bundesgebiet strecken Produkte wie Kochschinken oder Schnitzel heimlich mit Wasser.

2002: Nach Nitrofuran-belastetem Geflügel aus Brasilien taucht auch Fleisch aus thailändischer Produktion auf, das mit derartigen Antibiotikumrückständen belastet ist.

2002: In Deutschland wird das krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen in Ökogetreide nachgewiesen, das in die Nahrungskette gelangte; mit synthetischen Hormonen gemästete Schweine werden aus den Niederlanden importiert und gelangen in den Handel; Rewe nimmt mit Nitrofuran belastete Hähnchen- Nuggets aus den Regalen.

2005: Überlagertes abgepacktes Hackfleisch wird in zwei Real-Supermärkten umetikettiert; der „Ekelfleischskandal“ erstreckt sich von Nordrhein-Westfalen bis Bayern: Im Fall eines Gelsenkirchener Fleischhändlers, der 390 Tonnen Gammelfleisch verkauft haben soll, erhebt die Staatsanwaltschaft Essen im August 2006 Anklage.

2006: Wegen verfaulter Fleischproben ruft das bayerische Verbraucherschutzministerium Wild- Produkte der Firma Berger Wild aus Passau zurück. Dem Betrieb wird die weitere Verarbeitung von Wild verboten; Polizei und Staatsanwaltschaft stellen bei einem Münchener Döner-Großlieferanten tonnenweise Fleisch sicher, dessen Haltbarkeitsdatum zum Teil bereits vor vier Jahren abgelaufen war; in den Kühlhäusern eines Schlacht- und Zerlegebetriebs in Bayern werden 40 Tonnen teilweise vergammeltes Fleisch sichergestellt.

2011: Ein Futtermittelhersteller in Norddeutschland verarbeitet dioxinbelastetes Futterfett. In Deutschland gelangt verseuchtes Futter zu Schweine- und Hühnerzüchtern. Die zulässigen Grenzwerte für Dioxin, eines krebserregenden Stoffes, werden um das 80- Fache überschritten. Hühner werden massenweise geschlachtet, Verbraucher steigen um auf Bioprodukte; der Skandal um das Ehec-Bakterium besitzt eine neue Qualität: Im Gegensatz zu den früheren Skandalen ist Deutschland mit zahlreichen akuten Erkrankungsfällen konfrontiert.

Als Ursache für die Infektionen mit dem lebensbedrohlichen Keim wurden nach zahlreichen Fehleinschätzungen, worunter vor allem heimische Landwirte zu leiden hatten, verseuchte Bockshornklee- Sprossen ermittelt; Antibiotikaskandal in der Tiermast: Jahrelang wurden Hähnchen Antibiotika verabreicht. Nach Ansicht von Wissenschaftlern können so Antibiotikaresistenzen gefördert werden. Im schlimmsten Fall könnten Medikamente auch bei Menschen ihre Wirksamkeit verlieren.

2013: Erst bei europäischen Nachbarn, dann auch in Deutschland: In Lebensmittelmärkten des Landes tauchen Produkte mit falsch deklariertem Pferdefleisch auf.

fwg