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Kommentar: Ist das die neue Transparenz?

Wie seriös sind die Chinesen, die den Flughafen Hahn kaufen wollen? Wer genau steckt überhaupt hinter dieser Firma Shanghai Yiqian Trading (SYT), die in einer Bürogemeinschaft auf 30 Quadratmetern residiert? Wie potent ist der zusätzliche Investor, diese ominöse Baufirma, unter deren Adresse Journalisten in China nur einen Reifenhandel fanden? Wieso haben die Käufer die verabredete Rate nicht überwiesen? Wie intensiv wurde die SYT überprüft, bevor der Kaufvertrag zustande kam? Und welche Rolle spielt jetzt noch dieser Idar-Obersteiner Bernsteinhändler, der den Hahn-Vertrag mit unterzeichnet hat?

Manfred Ruch, stellvertretender Chefredakteur der Rhein-ZeitungFoto: Jens Weber<br>
Manfred Ruch, stellvertretender Chefredakteur der Rhein-Zeitung
Foto: Jens Weber

Manfred Ruch zu den Wirren um den Flughafen Hahn

Das ist nur eine Auswahl der Fragen, die sich gerade über der neuen Ampelregierung in Mainz auftürmen. Der Flughafen Hahn droht zum Desaster für die Regierung Malu Dreyer und den federführenden Innenminister Roger Lewentz (SPD) zu werden. Wohlgemerkt: Das sind alles Fragen, die sich nach (!) Unterzeichnung des Kaufvertrages stellen – und das bei einem Projekt, das für eine ganze Region unseres Landes die Zukunft bedeutet.

Still und leise hat sich jetzt eine Delegation aus Vertretern der Landesregierung und der Beratungsgesellschaft KPMG aufgemacht, um in Schanghai nach dem Rechten zu sehen. Mal sehen, wie viele Antworten sie mitbringen. Ein Zeichen versprochener Transparenz wäre es allerdings gewesen, wenn man endlich offen mit all diesen ungeklärten Fragen und dem offensichtlich nicht erledigten Prüfauftrag umgehen würde.

Stattdessen wird Malu Dreyer (SPD) nicht müde zu betonen, dass sie bislang keinen Kontakt zu den umstrittenen Hahn-Käufern gehabt habe. Ist das jetzt eine entlastende Nachricht für sie? Soll man das gut finden? Oder ist es angesichts der traurigen Geschichte landeseigener Verkäufe nicht ein Armutszeugnis, dass die Ministerpräsidentin bislang keinen der Chinesen kennt, denen das Land die Geschicke Tausender Menschen im Hunsrück anvertrauen will?

Man hätte Rheinland-Pfalz wahrlich positive Schlagzeilen zum Hahn-Verkauf gewünscht. Stattdessen macht sich rund um den Flughafen nun die Angst breit.

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