Archivierter Artikel vom 09.04.2010, 13:50 Uhr

Kolbe kritisiert deutsche Ruderer

Berlin (dpa). Der ehemalige Ruder-Weltmeister Peter Michael Kolbe hat als Ehrengast einer Veranstaltung des Berliner Landesruderverbandes die konzeptionelle Ausrichtung der Spitzenathleten in Deutschland auf wenige Höhepunkte kritisiert.

«Zum einen wird in Deutschland zu wenig trainiert, zum anderen ist das Regattafahren immer mehr in den Hintergrund getreten», sagte der nach der Rückkehr 2007 aus der langjährigen Wahlheimat Norwegen wieder in Hamburg arbeitende fünfmalige Weltmeister und dreimalige Olympia- Zweite. 1975 war Kolbe als bislang einziger Ruder-Solist zu Deutschlands Sportler des Jahres gewählt worden.

Das Meiden von Regatten könne zu einer Leistungsbremse werden, betonte der 56-Jährige, der nach dem Karriereende 1989 vier Jahre lang Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV) war. «Ich war damals in der Saison alle zwei Wochen am Start. Nur so bekommt man Wettkampfhärte.» Heute bestritten junge Rudertalente vielleicht vier große Regatten pro Jahr. «Das macht gerade mal 16 in einem Olympiazyklus. Damit kann man nicht von international erfahrenen Athleten sprechen, wenn dann die Premiere bei den Spielen kommt», sagte Kolbe.