London

Königshaus: Tödlicher Scherz zweier DJs – Kates Krankenschwester begeht angeblich Selbstmord

Es klang zunächst nur wie ein dummer Scherz. Doch der dreiste Trickanruf zweier australischer Radio-DJs in einem Londoner Krankenhaus, in dem die schwangere Herzogin von Cambridge behandelt wurde, hatte möglicherweise tragische Konsequenzen. Eine Frau ist tot.

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Nach Medienangaben hat die Mitarbeiterin, die vor vier Tagen das Telefongespräch mit der angeblichen Queen auf Kates Station durchgestellt hatte, am Freitag möglicherweise Selbstmord begangen. In einer Stellungnahme am Freitag gab das King-Edward-VII-Hospital bekannt, dass die „respektierte und beliebte“ Mitarbeiterin nach ihrem fatalen Fehler psychisch gelitten hatte.

Dienstag, 5.30 Uhr Ortszeit in London. Nach vier Jahren Arbeit im exklusiven Privatkrankenhaus im Herzen der Metropole hat die 46 Jahre alte Jacinta Saldanha genügend Routine, um jeden Anruf souverän zu beantworten. Doch dieser ist anders. „Könnte ich bitte mit meiner Enkelin Kate sprechen?“, fragt eine weibliche Stimme, die entfernt nach Queen Elizabeth II. klingt. „Oh ja, bleiben Sie dran, Ma'am (übliche Anrede der Queen – d. Red)“, antwortet die alarmierte Schwester, die plötzlich hellwach ist. Minuten später haben die Moderatoren Mel Greig und Michael Christian aus ihrem Studio in Sydney von Saldanhas Kollegin intime Details über Kates Übelkeit und die Besuche von Prinz William erfahren.

Königliches Krankenhaus
In diesem Krankenhaus ergaunerte sich ein Trick-Anrufer Details über den Gesundheitszustand der Frau von Prinz William.
Foto: DPA
Eine Katastrophe. Nach Bekanntwerden des Telefonats protestiert das Krankenhaus, und bei der australischen Medienaufsicht ACMA beschweren sich zahlreiche Hörer. Auf der Facebookseite des Senders ist ein Sturm der Entrüstung entbrannt. Zwar entschuldigt sich ein Sprecher des Senders 2DayFM für den falschen Anruf, doch die Station prahlte da auf der zwischenzeitlich nicht erreichbaren Internetseite und im Netzwerk Twitter noch mit dem „größten königlichen Streich aller Zeiten“. Später folgte dann der Versuch eines Befreiungsschlags: Die Moderatoren werden nicht mehr für den Sender arbeiten, erklärte der Sender gegenüber NBC. Beide haben ihre Twitteraccounts gelöscht.

Die Royals schweigen betroffen, sie wollen gegen das Krankenhaus keine juristischen Schritte einleiten. Der zerknirschte Krankenhauschef John Lofthouse verspricht, die Sicherheit- und Kommunikationsregeln seines Teams zu überprüfen. Durch die gestrige Erklärung des Klinikums wurde bekannt, dass die hereingelegte Schwester „in einer schwierigen Zeit“ von Kollegen „unterstützt“ wurde.

Doch sie konnten die Tragödie nicht verhindern. Gestern Morgen um 9.35 Uhr wurden die Notmediziner zu einem Appartement in der Nähe des Krankenhauses gerufen. Die zweifache Mutter war bewußtlos, sie konnte nicht wiederbelebt werden. Nach „Sky“-Informationen könnte Saldanha Selbstmord begangen haben. Die Polizei nannte zunächst den Tod „unverdächtig“. Kate und William ließen durch einen Sprecher erklären, dass sie über die Todesnachricht „zutiefst trauern“ würden. „Jeder hier ist schockiert“, sagte am Freitag auch John Lofthouse.

Von unserem Londonder Korrespondenten Alexei Makartsev