Archivierter Artikel vom 06.09.2012, 13:25 Uhr
Weinheim

Klinikaufenthalt endet für Demenzkranke oft im Pflegeheim

Ältere Menschen mit Demenz leben oft noch allein oder bei Angehörigen. Nach einem Krankenhausaufenthalt ändert sich das meist. Denn die ungewohnte Situation verschlechtert ihren Zustand dermaßen, dass sie kaum noch allein bleiben können.

Demenz-Kranke
Die Umgebung ungewohnt, die Menschen fremd und die Flure alle irgendwie gleich: Demenzkranke werden in Krankenhäusern oft zusätzlich verwirrt.
Foto: Sven Hoppe – DPA

Müssen Demenzkranke ins Krankenhaus, ist dies oft der erste Schritt ins Pflegeheim. Das zeigt eine Studie der Uni Witten/Herdecke, bei der 133 Pflegedirektionen in deutschen Kliniken befragt wurden. Bei den älteren Patienten handelte es sich um Fälle, die nicht wegen ihrer Demenz, sondern wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus mussten. Die ungewohnte Umgebung, die Untersuchungen und Behandlungen steigerten oft ihre Verwirrung, so dass sie am Ende nicht mehr in ihre eigene Wohnung entlassen werden konnten. Das berichtet die Zeitschrift «Psychologie heute».

Die Ärzte und das Pflegepersonal in den Krankenhäusern seien nicht ausreichend auf verwirrte Patienten eingestellt, kritisieren die Autoren der Studie. Ihnen falle es schwer, richtig mit den kognitiven Störungen umzugehen.