Archivierter Artikel vom 31.01.2013, 06:45 Uhr
Rheinland-Pfalz

Kleine Berühmtheit: 16-Jährige wurde plötzlich zum Gesicht für die Generation von morgen

Eine junge Frau hörte bei Malu Dreyers Regierungserklärung besonders aufmerksam zu: die Schülerin Louise Grohme. Denn die 16-Jährige aus Niederwallmenach im Rhein-Lahn-Kreis wurde 1996 nicht nur als viermillionste Rheinland-Pfälzerin geboren, sie geriet auch unverhofft in die Rolle der Hauptdarstellerin in der Rede der neuen Ministerpräsidentin.

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Die Schülerin Louise Grohme (16): Sie wurde unverhofft zur Hauptdarstellerin in Malu Dreyers Regierungserklärung
Die Schülerin Louise Grohme (16): Sie wurde unverhofft zur Hauptdarstellerin in Malu Dreyers Regierungserklärung
Foto: Dietmar Brück

Die Regierungschefin bezog sich immer wieder auf Grohme als Beispiel für die Generation von morgen, deren Leben von den Entscheidungen der Politiker-Generation von heute geprägt wird.

Die Schülerin erfuhr erst zwei Minuten vor 11 Uhr, also kurz bevor Dreyer zu reden begann, von ihrem besonderen Auftritt. Für die Einladung auf die Besuchertribüne des Landtags bekam sie einen Tag schulfrei. Als der Brief von der Staatskanzlei eintraf, ahnte sie allerdings noch nicht, dass sie fortan auf ewig mit dem Amtsantritt der ersten Ministerpräsidentin im Lande verbunden sein würde.

„Ich habe mich von der Rede angesprochen gefühlt“, meinte Louise Grohme nach Dreyers Erklärung. Vor allem das Plädoyer für das Wahlalter 16 ist bei ihr haften geblieben. „Es ist ein gutes Gefühl, mitbestimmen zu können“, sagte die 16-Jährige, die eine Realschule plus besucht und sich jetzt um einen Ausbildungsplatz als Reisekauffrau bemüht. Da hörte sie das Versprechen der Ministerpräsidentin gern, die jedem jungen Menschen eine Lehrstelle garantieren will. Hilfreich fand Louise Grohme auch Dreyers Bekenntnis zur Gleichberechtigung, einem toleranten Miteinander: „Es kommt doch nicht darauf an, woher du kommst oder was du bist, sondern wer du bist.“

Grohme, die zwei Schwestern und einen Bruder hat, interessiert sich im Alltag nicht besonders für Politik. Und auch die Wortwahl der Berufspolitiker wirkt eher fremd auf sie. „Das ist eine ganz andere Sprache“, sagte die junge Frau. „Manches muss man sich aus dem Zusammenhang erschließen.“ Immerhin war ihr Malu Dreyer sympathisch: „Sie wirkt menschlich und natürlich.“ Und was ist ihr insgesamt an Politikern wichtig? „Sie müssen einfach ehrlich und glaubwürdig rüberkommen“, meinte die Schülerin.

Von Dietmar Brück