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    Qualität und Klassik

    Klassisch und schlicht: Weniger ist mehr auf Volksfesten

    in der aktuellen Trachtenmode dominiert die Rückbesinnung aufs Traditionelle. Individualisten können sich freuen: Mit kleinen Details wird das Trachtenoutfit nicht nur schick, sondern bekommt auch eine persönliche Note.

    Dirndl und Lederhose
    Männer tragen Beinkleid zur Tracht, etwa in auffälligem Apfelgrün - wie es auch Angermaier Trachten zeigt (Dirndl ca. 229 Euro, Samtweste ca. 149 Euro, Lederhose 1198 Euro, Socken 25 Euro maschinenges
    Foto: dpa

    Krumbach (dpa/tmn) - Von Großveranstaltungen wie Wiesn und Wasen kennt sie jeder, auf den Volksfesten und Dorfkirchweihen im Süden Deutschlands gehören sie zum Inventar: Dirndl und Lederhosen stehen für zünftige Feste, Heimatverbundenheit und Tradition. In den vergangenen Jahren trat Letztere wieder in den Vordergrund.

    Dirndl in Blau und Rot
    Zu den Farbtrends der diesjährigen Trachtenmoden gehören Blau und Beerentöne, auch Angermaier Trachten setzt darauf (Dirndl ca. 269 Euro, Jacke ca. 229 Euro).
    Foto: Angermaier Trachten - dpa

    Die aktuellen Kollektionen setzen auf schlichte Schnitte, hochwertiges Material und elegante Farben, ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr. «Der Trend geht zur hochwertigen Tracht», sagt Trachtenberaterin Monika Hoede aus Krumbach in Schwaben. Und Alexander Wandinger vom Trachten-Informationszentrum im Bezirk Oberbayern fügt hinzu: Heimatverbundenheit und Identität spiele für die jüngere Generation eine immer größere Rolle. Das schlägt sich auch in der Mode nieder.

    Lederhose für Frauen
    Seit einigen Jahren schon eine Alternative zum Dirndl: Auch 2016 haben einige Hersteller Lederhosen für die Frau in der Kollektion. Lola Paltinger kombiniert sie mit einem angesagten Spenzer (Lederhos
    Foto: dpa

    Extreme Schnitte wie beim Minidirndl oder quietschbunte Muster sieht man nur noch in Ausnahmefällen. Stattdessen stehen klassische Formen im Fokus: Neben dem typischen einteiligen Dirndl sehe man gehäuft sogenannte Spenzer, miederartige Oberteile, in Kombination zum Rock, erzählt Wandinger. Dezent präsentieren sich auch die Blusen. «Opulente Blusen empfinde ich als altmodisch», sagt Hoede. Vielfach sieht man nun einfach geschnittene Modelle mit halblangen Ärmel.

    Extravagantes Dirndl
    Dirndl gibt es auch mit viktorianischen Spielereien, die etwa Lola Paltinger im Programm hat (Dirndl mit Spitzenbluse 3200 Euro, Stulpen 190 Euro).
    Foto: Lola Paltinger/Martin Nink - dpa

    Statt extravaganten Schnitten und Mustern stehen die Details im Vordergrund, zum Beispiel kleine Stickereien, die dem Outfit eine persönliche Note geben. «Es muss nicht immer das Edelweiß oder das Hirschgeweih sein», findet Hoede. Wem das noch nicht ausreicht, der perfektioniert den Look mit hochwertigen Accessoires. Das kann bei den Männern etwa ein schönes Halstuch sein, bei den Frauen Schmuck.

    Rock und Spenzer
    Eine trendige Alternative zum typischen einteiligen Dirndl ist die Kombination aus Rock und Spenzer, ein miederartiges Oberteil, wie hier in der Kollektion von Berwin & Wolff (Poncho ca. 100 Euro, Blu
    Foto: dpa

    «Es gibt ein bisschen mehr Fantasie», sagt Wandinger. Auch Hoede beobachtet eine Tendenz zur Individualisierung: Stickereien oder Accessoires mit persönlichen Gegenständen machen aus der Tracht ein ganz persönliches Outfit. Hoedes Tipp für einen Trend in den kommenden Jahren: «Kleine Taschen, die man um die Taille bindet.» Die kann man ebenfalls ganz nach eigenem Geschmack gestalten - und praktisch sind sie auch noch.

    Dirndlbluse und Strickjacke
    Dirndlblusen mit halblangen Ärmeln und einfachem Schnitt finden sich in dieser Saison häufig in den Kollektionen, etwa auch bei Berwin & Wolff (Strickjacke ca. 149 Euro, Dirndlbluse ca. 60 Euro, Dirnd
    Foto: dpa

    Etwas extravaganter wird es bei Modellen, die Einflüsse aus anderen Kulturen in die Tracht einbringen: Ethnomuster oder auch viktorianische Spielereien verleihen dem Dirndl einen Hauch Exotik. Dabei kommen auch andere Stoffe zum Einsatz, etwa bunte Saristoffe wie bei traditionellen indischen Gewändern. Ansonsten sind Samt, Brokat und Seide ebenso vertreten wie Baumwolle, Leinen und hochwertiger Loden. Petticoats und Spitzenunterröcke lassen das Dirndl schwingen und sorgen für Pep.

    Was die Farben angeht, sind Blau, Grün, Rot und Beere in allen Schattierungen zu sehen. Dazu gehören zum Beispiel Royal- oder Nachtblau, Olivgrün oder Bordeaux oder der angesagte Erdbeerton, berichtet Nina Munz vom Trachtenhersteller Angermaier. Weiterhin verbreitet sind zarte Farbtöne, die edel aussehen, zum Beispiel Nude oder Goldnuancen.

    Eine Alternative zum Dirndl bleiben Lederhosen, die, wenn sie gut gearbeitet sind, ein lebenslanger Begleiter sind. «Kurze Lederhosen für Damen in Kombination mit Miedern sind absolut in», sagt Munz. Von einer Hose mit Latz rät Trachtenberaterin Hoede Frauen aber ab. Neben den klassischen Brauntönen gibt es nun auch ausgefallenere Alternativen, zum Beispiel Tomatenrot. Auch Hosen im Vintage-Stil mit aufwändigen Stickereien finden sich im Handel. Für die Schuhe rät Hoede immer zu schlichten Modellen, gerne mit einem kleinen Absatz. In Frage kommen dafür zum Beispiel Schnürstiefel oder Sandalen.

    Männer können dafür auch am Bein Farbe bekennen, schlägt Munz vor: Loferl und Strümpfe gibt es neben den klassischen Beige-, Grau- und Brauntönen nun auch in Blau, Apfelgrün und Rosa. Wer noch mehr wagen will, kann es auch mit einer Trachten-Fliege probieren.

    Zum Schluss noch ein Wort zu den Schürzen-Schleifen, die Frauen sich je nach gewünschter Aussage anders binden: «Das ist nur eine Geschichte, historisch ist das nicht belegbar», stellt Wandinger klar. Mit einem Augenzwinkern könne man diese «Tradition» aber dennoch praktizieren. Also noch einmal zum Mitschreiben: Wer die Schleife rechts am Körper trägt, signalisiert «Ich bin vergeben». Links bedeutet ungebunden, vorne in der Mitte tragen die Schleife Jungfrauen. Und die hinten Gebundene ist für Witwen reserviert.

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