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    Berlin

    Klarer Appell der Formel-1-Fahrer: Master-Plan muss her

    In einem Offenen Brief an die Chefs der Formel 1 haben die Fahrer Unmut geäußert und Reformen gefordert.

    Sebastian Vettel
    Auch war kein Freund der Modusänderung in der Quali.
    Foto: Diego Azubel - dpa

    Ein Auslöser war die peinliche Qualifikations-Posse beim Saisonauftakt in Australien, als statt mehr Action am Ende der Zeitausscheidung keine Fahrer mehr auf der Strecke gewesen waren. Nach der prompten Kehrtwende zum alten Modus beim nächsten Rennen in Bahrain bezog die Fahrergewerkschaft mit Sebastian Vettel als einer drei Direktoren nun klar Stellung.

    «Wir möchten die Besitzer der Formel 1 auffordern und drängen, eine Restrukturierung der Führung in Betracht zu ziehen», hieß es in dem Schreiben. Die künftigen Richtungen und Entscheidungen der Formel 1, seien sie kurz- oder langfristig, sportlich, technisch oder geschäftlich, müssten «auf einem klaren Master-Plan basieren».

    Den Fahrern reicht es offensichtlich. Zudem treibt sie die Sorge um ihre größte Leidenschaft um. «Seit der Kindheit haben wir davon geträumt, in den schnellsten Rennautos der Top-Teams auf den coolsten Strecken gegen die besten Piloten der Welt zu fahren.» Momentan werde die Formel 1 aber von einer schwierigen globalen wirtschaftlichen Situation herausgefordert, einem veränderten Fan- und Konsumentenverhalten sowie einer deutlichen Veränderung in der TV-Landschaft.

    Und nach Einschätzung der Piloten ist die Wunschvorstellung von einst mit der Ist-Situation unter den aktuellen Voraussetzungen der Motorsport-Königsklasse nicht zu schaffen. «Die Fahrer sind zu dem Schluss gekommen, dass der Entscheidungsprozess in dem Sport veraltet und schlecht strukturiert ist, so dass Fortschritte verhindert werden.»

    Zuständig für das Regelwerk in der Königsklasse, das seit Jahren immer wieder mal mehr, mal weniger geändert wird, ist der Internationale Automobilverband FIA. Zuständig für die Vermarktung ist das Formula One Management von Bernie Ecclestone. Besitzer der Formel 1 ist seit rund einem Jahrzehnt die Investmentgesellschaft CVC, die bei der Übernahme Ecclestone auch wieder als Geschäftsführer installierte.

    Zu teuer, dann zu leise, nicht schnell genug, zu langweilig - die Kritik an der Formel 1 ist seit Jahren immer wiederkehrend. Meist versuchten es die Verantwortlichen mit diversen Veränderungen. Zur Saison 2014 wurden die hoch komplizierten Turbo-Triebwerke mit Hybridsystem eingeführt. 2017 soll schon wieder eine Regelreform durchgeführt werden.

    Zuletzt ging dann die kurzfristige Einführung eines neuen Quali-Systems zum Rennen in Melbourne gründlich daneben. Die Fahrer hatten den Modus vorher schon deutlich kritisiert und sahen sich anschließend bestätigt. Manche der jüngsten Entscheidungen könnten den künftigen Erfolg der Formel 1 aufs Spiel setzen, meinte die GPDA in dem Brief der drei Direktoren Vettel, Jenson Button und Alex Wurz.

    Brief bei Twitter

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