Archivierter Artikel vom 28.07.2011, 11:08 Uhr

Kirsten drückt Daumen für Dresden und Bayer

Dresden (dpa). Die Liebe ist ungebrochen, doch am Samstag muss er sie gerecht aufteilen: Beim Erstrunden-Duell im DFB-Pokal zwischen der SG Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen drückt der einstige Nationalspieler Ulf Kirsten auf der Tribüne des Dresdner Stadions beiden Fußball-Clubs die Daumen.

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Zwiespalt
Ulf Kirsten drückt zwei Mannschaften die Daumen.
Foto: DPA

«Ich schwebe da sozusagen im luftleeren Raum. Ich habe es als Außenstehender noch nie erlebt, dass Dynamo und Bayer aufeinandertreffen. Einer von beiden wird aber weiterkommen, also stehen wir in der zweiten Runde», sagte der 45-Jährige scherzhaft.

Der Stürmer schoss zwischen 1983 und 1990 in 154 Spielen 57 Tore für Dynamo, ehe er nach der Wende nach Leverkusen ging. Bis zum Karriereende 2003 verbuchte Kirsten in 350 Spielen für die Werkself 182 Treffer. «Ich habe mich in beiden Städten wohlgefühlt. Es war sowohl in Dresden als auch in Leverkusen eine großartige Zeit und dass nun beide in meinem Herzen sind, ist ja bekannt», erklärt der «Schwatte».

Und noch immer verbindet Kirsten mit Dynamo Dresden eine besondere Beziehung. Zum einen kümmert er sich mit seiner Ulf-Kirsten-Stiftung, die er mit den Einnahmen von 75 000 Euro aus seinem Abschiedsspiel 2003 ins Leben gerufen hatte, um die Nachwuchsförderung bei Dynamo. Zum anderen hütet sein Sohn Benjamin das Tor beim Zweitliga-Aufsteiger.

Letzteres jedoch hatte vor einiger Zeit für vorübergehende Verstimmungen gesorgt. Kirsten junior hatte sich einen Stammplatz erkämpft und entscheidend zum Aufstieg beigetragen, doch der Verein zögerte mit der Verlängerung des Kontraktes. «Alle Unstimmigkeiten sind ausgeräumt. Benny hat auf viel Geld verzichtet, ist aber mit dem Vertrag zufrieden. Und das ist immer das Entscheidende», stellte der gebürtige Riesaer klar, dass alle Reibungspunkte beseitigt sind.

Benjamin Kirsten musste seinen Stammplatz dennoch an Neuzugang Dennis Eilhoff abtreten und plagt sich momentan mit einer Schambeinentzündung. «Der Heilungsprozess verläuft sehr gut und ich denke, dass er in sieben bis zehn Tagen wieder ins Training einsteigen kann», sagte Vater Kirsten, der im Dezember zum ersten Mal Opa wird. Benjamins Freundin Sarah erwartet Nachwuchs.

In der 2. Liga traut Ulf Kirsten dem Aufsteiger aus Dresden den Klassenerhalt zu, doch in seinen Augen muss noch mehr Konstanz her. «Die ersten beiden Partien sah ich im Fernsehen. Da haben sie gut begonnen und dann nachgelassen. Am Anfang der Saison ist eine Prognose schwierig, doch wenn sie durchgängig konstant agieren, sollte der Klassenerhalt möglich sein», urteilte er.