Archivierter Artikel vom 02.02.2011, 10:22 Uhr

Kinder nicht zum Spielsachen teilen zwingen

Fürth (dpa/tmn). Dinge zu teilen, ist für Kinder ein längerer Lernprozess. Kinder können eher teilen, wenn sie ausreichend Zuwendung und Verständnis von den Eltern erfahren und sich innerlich ausgeglichen fühlen.

Im Alter von etwa zwei Jahren erleichtere es das Teilen, wenn das Kind bestimmte Dinge, wie zum Beispiel sein Lieblingsspielzeug, zunächst für sich allein reklamieren darf. Daneben sollte es aber Sachen geben, die für alle zugänglich sind, rät Hermann Scheuerer-Englisch von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das gute Vorbild in der Familie: Das Kind sollte die Erfahrung machen, dass es vom Teilen anderer Familienmitglieder profitiert. Dies beginne schon mit Geben-und-Nehmen-Spielen in der Babyzeit. So lernten Kinder, das Geben mit angenehmen Gefühlen zu verbinden. Wichtig ist laut Scheuerer-Englisch, dass manchmal auch Nicht-Teilen sein darf. Statt das Kind zu zwingen, etwas unter Tränen herzugeben, sollten es Eltern dazu ermutigen und loben, wenn es dies schafft.