Archivierter Artikel vom 26.05.2010, 10:24 Uhr
Fürth

Kind nicht zu neuen Erfahrungen «zwingen»

Hat ein Kind Angst vor einer neuen Situation, etwa einer Sportgruppe, sollten Eltern es nicht zum Mitmachen zwingen. Es gibt Kinder, die angesichts neuer Gegebenheiten nur sehr langsam auftauen und zu Beginn Zeit brauchen.

Sie müssten erst zuschauen und sich orientieren, bevor sie sich auf das Neue einlassen können, erklärt Hermann Scheuerer-Englisch von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. Werden die Eltern jedoch ungeduldig und drängen sie ihren Nachwuchs, könne das einen Teufelskreis auslösen: Das Kind hat Angst, die Eltern sind enttäuscht, und in der Folge entsteht Widerstand gegen alles Neue.

Eltern sollten ihr Kind nur dann zu neuen Erfahrungen überreden, wenn sie eine Vorstellung davon haben, was in ihm vorgeht. Sonst fühle es sich nicht verstanden, was das Problem verstärkt, warnt Scheuerer-Englisch. Gut sei, wenn Mutter oder Vater das Kind gelassen in der neuen Situation begleiten, kleine Fortschritte benennen und Stärken wahrnehmen. So könne das Kind seine Angst langsam überwinden.

Bundeskonferenz für Erziehungsberatung: www.bke.de