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Kind kann Umgang mit Elternteil verweigern

Hamm/Berlin (dpa/tmn) – Ein Kind kann den Umgang mit einem geschiedenen Elternteil verweigern. Ist der Wunsch offensichtlich und nicht fremdbestimmt, hat das Gericht den Willen des Kindes zu beachten.

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm hervor (Az: 2 UF 214/08; II-2 UF 214/08), auf das die Familienanwälte des Deutschen Anwaltvereins in Berlin hinweisen. Das Umgangsrecht könne in einem solchen Fall bis zur Volljährigkeit des Kindes ausgesetzt werden. Das sei allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn ansonsten das Wohl des Kindes gefährdet ist.

In dem Fall hatten sich die Eltern getrennt. Der Sohn lebte beim Vater, die Tochter bei der Mutter. In zahlreichen Verfahren versuchte der Vater, das Umgangsrecht für seine Tochter zu erreichen. Diese lehnte den Umgang aber wiederholt ab. Nach der Scheidung erhielt die Mutter das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter, allerdings setzten sich die Auseinandersetzungen um das Umgangsrecht fort.

Das OLG schloss das Umgangsrecht bis zur Volljährigkeit des Mädchens aus. Die Tochter befinde sich in jugendpsychiatrischer Behandlung, was auch auf das Verhalten des Vaters zurückzuführen sei. Die Richter waren außerdem überzeugt, dass die Tochter eigenständig und ohne Druck erkläre, keinen Kontakt zum Vater haben zu wollen. Ihre Begründung, sie fühle sich bedrängt und belästigt, sei einleuchtend.

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