Archivierter Artikel vom 04.11.2010, 17:18 Uhr

Keine Kündigung wegen geklauter Frikadellen

Bochum (dpa). Einem Mensa-Mitarbeiter der Bochumer Ruhr-Universität darf nicht wegen des Verzehrs von kalten Pommes und vier Frikadellen gekündigt werden. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamm am Donnerstag (4. November) entschieden.

Die Pommes und Frikadellen seien kein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung, zumal der Mann bereits seit 19 Jahren für die Campus-Gastronomie arbeite. Nach den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes sei er ohnehin nur noch außerordentlich kündbar, so das Gericht. Es bestätigte damit ein erstinstanzliches Urteil des Arbeitsgerichts Bochum.

Dem Mann war vorgeworfen worden, sich bei einem Gang durch die Küche im Juli 2009 Pommes frites und zwei Frikadellen geschnappt zu haben. Auf den Hinweis eines Vorgesetzten, dass dies nicht zulässig sei, soll er sich noch zwei weitere Frikadellen genommen haben und damit zum Pausenraum gegangen sein. Auch die Aussage des Vorgesetzten, dass er zurzeit keine Pause habe, soll ihn nicht davon abgehalten haben.

Der Mann hatte zunächst vor dem Arbeitsgericht Bochum gegen seine Kündigung geklagt und recht bekommen. Die Campus-Gastronomie war daraufhin in Berufung gegangen. Eine Revision zum Bundesarbeitsgericht hat das Landesarbeitsgericht nicht zugelassen.