Archivierter Artikel vom 27.02.2010, 03:06 Uhr
Havanna

Kein kubanisches Team bei Mittelamerika-Spielen

Kuba hat seine Teilnahme an den Mittelamerikanischen und Karibischen Spielen 2010 in Puerto Rico abgesagt. Als Begründung führte das Olympische Komitee Kubas (COC) an, durch die USA schikaniert worden zu sein.

«Wir sind ein Land der würdigen, kämpferischen und patriotischen Sportler, die sich nicht verstecken müssen, um ein einer Sache teilzunehmen, bei der sie die Protagonisten sind», hieß es in einer in Havanna verbreiteten Erklärung der Komitees.

Da Puerto Rico mit den Vereinigten Staaten assoziiert ist, wird in Washington über Visa entschieden. Washington hat auch die Einreise von Kubanern beschränkt und die Landung kubanischer Flugzeuge verboten. Kuba wollte ursprünglich mit insgesamt rund 800 Personen zu der Veranstaltung anrücken. Die kubanische Führung hatte sich auch darüber beschwert, dass sich Kubaner bei der Einreise in die USA besonderen Sicherheitsüberprüfungen unterziehen sollten, da Kuba von Washington als eines der Länder betrachtet wird, die den Terrorismus fördern.

Die Entscheidung Kubas könnte aber auch einen anderen Hintergrund haben. Bei den Spielen 1993 in Puerto Rico nutzen 40 Kubaner die Gelegenheit zur Flucht und kehrten nicht mehr nach Kuba zurück.