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München

Kaum größer als Hunde, aber imposant: Miniaturpferde

dpa/tmn

Ein edler Kopf, feine Gliedmaßen, imposantes Auftreten: Auf Fotos sehen sie aus wie schicke Reitpferde. Doch beim Anblick in natura staunt der Betrachter. Denn diese Pferde sind Pferdchen, auch Miniaturpferde oder Minihorses genannt.

Miniaturpferde
Umgekehrte Größenverhältnisse: Weil Miniaturpferde wirklich mini sind, können auf ihnen allenfalls Kinder reiten. (Bild: Holschneider/dpa/tmn)

Nach wie vor sind sie hierzulande kein alltäglicher Anblick. Trotzdem werden sie beliebter – und sind in der Haltung gar nicht mal so kompliziert. «Sie dürfen höchstens 86 Zentimeter hoch sein», sagt Cornelia Steinbrecher aus dem bayerischen Brannenburg. Seit acht Jahren züchtet sie Amerikanische Miniaturpferde. Ihre Pferdchen waren die ersten der Rasse im deutschen Zuchtbuch. Steinbrecher schätzt, dass mittlerweile etwa 200 dieser Tiere in Deutschland leben.

Die Winzlinge sehen aus wie Großpferde im Miniformat. Und in der Zucht wird ebenso Wert auf gute Gänge gelegt. Reiten können die Tiere trotzdem nur Kleinkinder. «Meine Kinder spannen sie im Winter vor den Schlitten», sagt Steinbrecher, die 20 Ponys auf ihrem Hof mitten im Ort hält. «Sie sind einfach was fürs Herz», schwärmt sie.

Das gilt erst recht für die Fohlen. Sie sind etwa 50 Zentimeter groß und wiegen um die 10 Kilo – kein Wunder, dass ihre Besitzer sie oft wie Babys herumtragen. Das ist auch bei den Ammers im bayerischen Bodenkirchen so. Bei der Familie sind 2009 zwei Fohlen auf die Welt gekommen: Mademoiselle Lulu und Lady Mira.

Die beiden sollen verkauft werden. «Ich verkaufe weltweit. Unter meinen Kunden waren schon ein Milliardär aus Russland und die Dressurreiterin Victoria Max-Theurer aus Österreich», erzählt Johann Ammer. Früher hat er Großpferde gezüchtet, dann Shetlandponys. Doch letztere waren ihm zu stämmig. Dabei stammen die US-Pferdchen von den Shettys ab.

Auf gleicher Augenhöhe wie die US-Miniaturpferde bewegen sich die Mini-Shettys. «Meine sind zwischen 70 und 85 Zentimeter groß», sagt Züchterin Birgit Kamperschroer in Bocholt. Doch außer der Größe haben die Rassen wenig gemeinsam: Shettys sieht man die Robustheit sofort an. Und wie viele andere Ponys setzen sie gern ihren Kopf durch. Die Pferdchen aus den USA orientieren sich dagegen stark am Menschen.

Hinzu kommt die abwechslungsreiche Farbe des Fells. «Das Bunte ist gewünscht, schließlich ist so ein Mini-Shetty ja auch was fürs Auge», sagt Kamperschroer. Pferde mit Tupfen oder mehreren Tönen im Fell sind teurer als einfarbige Artgenossen. So kostet eine bunte Stute zwischen 1500 und 2500 Euro, Wallache sind in der Regel billiger.

Doch ob Mini-Shetty oder Amerikanisches Minipferd: Beide müssen artgerecht gehalten werden – also nicht wie ein Hund. «Früher hatte ich manchmal Kunden, bei denen das Pferd im Haus wohnen sollte», sagt Steinbrecher. «Aber das geht nicht.» Die Pferdchen brauchen einen ein Stall, Auslauf, Heu, manchmal Hafer – und Gesellschaft. Pferde sind Herdentiere, auch die Kleinsten brauchen Artgenossen.

«Die Haltung ist allerdings einfacher als bei einem Großpferd», sagt Steinbrecher. Ihre Kinder gehen mit den Pferdchen auf der Straße spazieren, das wäre mit Großpferden undenkbar. Trotz ihrer Eleganz sind die US-Minis robust. Im Winter wächst ihnen – wie Shetlandponys – langes Fell, sie können ganzjährig draußenbleiben. Hohe Ansprüche ans Futter stellen sie auch nicht. Im Sommer reicht meist die Weide und im Winter gutes Heu.

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