Archivierter Artikel vom 05.05.2015, 17:57 Uhr
Berlin

Katar weist Vorwürfe zurück – WDR: Um Genehmigung bemüht

Nach der Festnahme eines ARD-Teams bei Aufnahmen für eine Reportage über die Arbeitsbedingungen in Katar hat das Emirat das Vorgehen der eigenen Sicherheitsbehörden gerechtfertigt.

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Umstritten
Die WM in Katar ist unter anderem wegen der Situation auf den Baustellen in der Kritik.
Foto: Sven Hoppe – dpa

«Der Journalist und die betreffende Filmcrew wurden nicht als Folge der Berichterstattung über die Vorwürfe rund um die Fußball-Weltmeisterschaft Katar 2022 oder FIFA festgenommen. Dies ist ausdrücklich falsch», hieß es in einer Erklärung des Supreme Committee for Delivery & Legacy (SC).

Der ARD-Journalist habe Kenntnis gehabt, dass «Dreharbeiten in bestimmten Orten ohne Erlaubnis rechtliche Konsequenzen haben können». Ein anderes ARD-Team habe mit gültiger Drehgenehmigung problemlos Aufnahmen machen können.

Der Reporter und sein Team waren bei Aufnahmen für die Dokumentation. «Der verkaufte Fußball. Sepp Blatter und die Macht der FIFA», festgenommen und laut Sender nach 14 Stunden wieder freigelassen worden, mussten aber noch fünf Tage im Land bleiben. Filmmaterial wurde konfisziert. Dies wurde von SC-Exekutiv-Direktor als Nasser Al-Khater als «Standard» bezeichnet.

Der WDR teilte auf Anfrage mit, dass sich die Redaktion wochenlang vergeblich um eine Drehgenehmigung bemüht und Interviewanfragen «an verschiedene Regierungsstellen in Katar gerichtet» hatte. Darauf sei entschieden worden, das Team nach Katar zu schicken, «um über die Situation vor Ort zu berichten». Dabei «sollte das Team recherchieren, ob und wie die Versprechungen Katars, das Arbeitsrecht zu reformieren und die Arbeitsbedingungen für die Bauarbeiter zu verbessern, vor Ort umgesetzt wurden».

In der Dokumentation wurden unter anderem die weiterhin unwürdigen Arbeitsbedingungen auf Großbaustellen mit überwiegend ausländischen Arbeitern im übernächsten WM-Gastgeberland angeprangert.